Holunderblütensirup mit Honig – der Duftrausch in der Flasche

by Madam Rote Rübe

Wenn Du diesen Duft einmal eingeatmet hast, bist Du garantiert mit dem Holunderblütenfieber infiziert. Sonst ein relativ unscheinbares Gehölz, entdeckst Du ihn nun aus allen Ecken hervorleuchten.

Manchmal, wenn er sich in eine Ecke hineinschmiegt, übersehe ich den Schwarzen Holunder, doch zur Blütezeit erschnuppert meine Nase ihn an seinem typischen Geruch. Denn als erster Höhepunkt erscheinen im Mai bis Juli seine häufig tellergroßen, rahmweißen Blütendolden, die aufgrund ihres Eigengewichts in der Regel nach unten hängen. Ein frischer, süßlich fruchtiger Duft, unverwechselbar, strömt von den unzähligen Einzelblüten der Schirme herab.

Später, im August und September, reifen die kleinen dunklen, glänzend violettschwarzen Beeren mit burgunderrotem, stark färbenden Saft und gleichzeitig färben sich auch die Stiele, an denen sie sitzen, rötlich. So begeistert er dann mit einem zweiten Höhepunkt im Jahr.
Schließlich trumpft der wilde Strauch mit Blüten und Beeren gleich doppelt auf, die sich hervorragend einzeln oder in Kombinationen zu Konfitüren, Gelees, Säften oder anderen Getränken verarbeiten lassen.

Du findest den Schwarzen Holunder als Kulturbegleiter über den unterirdischen Wasseradern im Halbschatten von Hauswänden der Stallungen und Scheunen, in Hecken und an Zäunen als ein ca. vier bis elf Meter hohes, schnell verholzendes Strauchgewächs. Er wächst aber auch mehrstämmig und baumförmig. Genauso liebt er in freier Natur Plätze über feuchtem Grund an Waldrändern und in Waldlichtungen.

Aus dem jahrhundertealten Erfahrungsschatz

Die auffallend häufige unmittelbare Nähe zu Häusern und Stallungen basiert darauf, dass er als eine der ältesten und bekanntesten Nutz- und Heilpflanzen gilt, um die sich natürlich im Laufe der Zeit viele Mythen und Sagen rankten. Eine gefällt mir besonders gut: In ihr wird erzählt, dass sich in ihm der Wohnsitz der Hausgötter befindet, die Hof und Gut beschützen. Niemand mochte deshalb solch einen Holunder fällen, für die meisten Landbewohner eine Unmöglichkeit, denn die Angst vor Ungemach, welches mit der Fällung über sie kommen würde, ließ sie erschauern. Ehrfurchtsvoll verneigten sich einst die Bauern vor dem blühenden Hofholunder, sie glaubten fest daran, dass der Busch negative Kräfte und Ausstrahlungen, Krankheit und Unglück anziehen und an sich binden konnte.

Frau Holles Reich
Auch in der Namensgebung zeigte sich der Respekt vor dem Holunderbusch, der in den Kreis der heiligen Bäume gehört, wieder. In ganz Nordeuropa sprach die Bevölkerung ihn voller Achtung als Frau Holler, Holdermutter, Frau Else an. Für einen Teil von ihnen war er der Sitz der Frau Holla, die man im gleichnamigen Märchen von den Gebrüder Grimm findet, für andere war er die Behausung der germanischen Göttin Hel oder der Hausgöttin Freya nach der nordischen Sage.

Und das Ende der Geschichte ist, wenn ich jetzt einen großen Holunder sehe, assoziere ich ihn automatisch mit Frau Holle. Stets halte ich nach einem verborgenem Eingang in ihr unterirdisches Reich Ausschau. Leider, bisher fand ich den Zugang noch nicht.

Ein wichtiger Wildstrauch
Nunmehr im Frühling geht es um die Blüten des Holunders, der als einer der vielseitig verwendbarsten Wildsträucher bei uns eine herausragende Rolle spielt.
Bitte denk daran, wenn Du in Wald und Flur die Blüten sammelt willst, solltest Du den Holunder eindeutig kennen und auch wissen, dass im Herbst die tiefblauen reifen Beeren roh giftig sind und erst nach dem Erhitzen genießbar werden.

Der zitronige Durstlöscher
Als Liebhaberin von Holunderblütensirup mit Honig möchte ich ihn Dir als den ultimativen Sommerdrink vorschlagen. Er schmeckt traumhaft und veredelt jedes Getränk oder Dessert. Besonders an heißen Tagen serviere ihn als einen exquisiten Durstlöscher, der gemischt mit Mineralwasser leicht zitronig schmeckt. Sauber verarbeitet ist der Sirup sehr lange aufzubewahren. Vermisch Deinen Sirup bei Bedarf mit vier bis fünf Teile Wasser oder Mineralwasser. Fertig!
Zucker und Honig tun sich kalorienmäßig nicht viel, doch immerhin verhält sich Honig ernährungsphysiologisch viel besser als Zucker in unserem Organismus.

Verglichen mit Glucose wirkt Honig sich weniger stark auf den Blutzuckerspiegel aus. Auch die Blutfettwerte beeinflusst Honig positiv, ganz im Gegensatz zu herkömmlichem Zucker. Weiterlesen bei Urgeschmack: Ist Honig besser als Zucker? – http://www.urgeschmack.de/ist-honig-besser-als-zucker/.

Holunderblütensirup mit Honig

Wenn Du diesen Duft einmal eingeatmet hast, bist Du garantiert mit dem Holunderblütenfieber infiziert. Sonst ein relativ unscheinbares Gehölz, entdeckst Du ihn nun aus… Desserts & Eis Holunderblütensirup mit Honig – der Duftrausch in der Flasche European Drucken
Zutaten für: einen ganzen Jahresvorrat
Nutrition facts: 200 calories 20 grams fat

Zutaten

60 Dolden Holunderblüten
12 Bio-Zitronen
2 Bio-Orangen
3 l abgekochtes Wasser
6 Zitronen, den Saft
2 kg Honig, geschmacksneutral

So geht es

Wenn die Holunderblüten vollständig geöffnet sind und ihren starken Duft verbreiten, ist es an der Zeit rasch zu ernten. Leider werden sie schnell braun. Spätvormittags an einem warmen, regenfreien Tag schneidest Du am besten die trockenen, ganzen Blütenstände vorsichtig ab. Holunderblütendolden leicht ausschütteln, um etwaige Bewohner zu vertreiben. Nur insektenfreie und saubere Blütendolden verwenden. Bitte die Blüten nie waschen, der Blütenstaub bringt den Geschmack. Stiele entfernen.
Zitronen und Orangen in Scheiben schneiden und alle Zutaten miteinander (mit dem heißen Wasser) vermengen, drei Tage geschlossen stehen und ziehen lassen, dabei ab und an umrühren, etwa zweimal am Tag. Am vierten Tag absieben und aufkochen. Heiß in sterilisierte Flaschen abfüllen. Es ist wichtig, äußerst sauber zu arbeiten, die Flaschen müssen gut schließen. Also fest verschließen, kühl und dunkel lagern.
glichen mit Glucose
wirkt Honig sich weniger stark auf den Blutzuckerspiegel aus. Auch die
Blutfettwerte beeinflusst Honig positiv, ganz im Gegensatz zu
herkömmlichem Zucker.Weiterlesen bei Urgeschmack: Ist Honig besser als Zucker? – http://www.urgeschmack.de/ist-honig-besser-als-zucker/

Wenn Dich die Holunderblüten ebenso wie mich faszinieren, schau in den nächsten Tagen wieder rein, denn dann teile ich Dir ein Rezept für köstliche Hollerküchlein und noch so allerlei Interessantes über die berauschenden Blütenwolken mit.

Alles Liebe, Deine

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19 Kommentare

Ingrid -auchwas- 31. Mai 2016 - 11:20

Liebe Sigrid,
was für eine wunderbare Idee, diesen Sirup mit Honig zu machen. Das wird probiert. Toller Post, super Bilder und alles so schön beschrieben.
Ich halte mir einen Hollerstrauch am Haus, wenn auch nicht immer beliebt und die vielen kleine Ableger aber trotzdem der Duft von Holunder ums Haus einfach schön.
Dir noch einen schönen Tag und liebe Grüße
Ingrid

Antworten
Madam Rote Rübe 31. Mai 2016 - 13:16

Liebe Ingrid,
vielen Dank für Deine netten Worte, wie schön, dass ich in Dir so einen großen Holunderfan gefunden habe. Ich bin mal gespannt, wie Euch der Sirup schmecken wird.
Liebe Grüße Sigrid

Antworten
Anonym 10. Juni 2016 - 9:48

Liebe Sigrid, die Zutaten sind eingekauft und der Hollerbusch wäre auch so weit. Nun hab ich noch eine Frage zum Rezept : Kommt das abgekochte Wasser heiß oder abgekühlt zu den anderen Zutaten?
Liebe Grüße
Petra

Antworten
Madam Rote Rübe 10. Juni 2016 - 10:19

Liebe Petra, wir gießen das abgekochte Wasser heiß über die Zutaten. Ein guter Zeitpunkt, bei uns ist das Wetter auch ideal, die Sonne scheint und der Holunder steht in voller Blüte. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Ernten und Zubereiten.
Liebe Grüße Sigrid

Antworten
Anonym 10. Juni 2016 - 11:39

Danke Sigrid! So ein tolles Rezept, ich freu mich schon auf das Ergebnis! Petra

Antworten
sufu 18. Juni 2016 - 20:10

Liebe Siegrid, welche Menge hat das Endprodukt? Wie lange ist es haltbar?

Antworten
Madam Rote Rübe 19. Juni 2016 - 4:25

Liebe sufu, herausbekommen wirst Du bei dem Rezept ca. 5,5 l und er hält problemlos mindestens ein Jahr, das kann ich bestätigen, denn nach dem Zeitraum habe ich noch von dem Sirup getrunken, absolut köstlich.
Liebe Grüße Sigrid

Antworten
Anonym 1. Juni 2017 - 11:03

Liebe Sigrid, lässt du das Gemisch offen oder geschlossen 3 Tage stehen? Rührst du zwischendurch um? Vielen Dank jedenfalls für das tolle Rezept, wir probieren es aus! Lg, Moni

Antworten
Madam Rote Rübe 1. Juni 2017 - 11:34

Liebe Moni,
bei uns steht das Gemisch geschlossen, – einfach einen Deckel auf das Gefäß geben und ab und an durchrühren, zweimal am Tag genügt. Ich bin froh, dass du diese ergänzenden Fragen gestellt hast, jetzt bringe ich das Rezept sofort auf den neuesten Stand. Wenn noch etwas unklar ist, melde dich bitte. Und wenn der Sirup schmeckt, gerne auch.
Liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Anonym 10. Juni 2017 - 17:40

Liebe Sigrid, hier ein kurzer Bericht zum erstmaligen Hollersirupmachen: Die verwendeten Zitronen waren ziemlich groß und saftig, deshalb hab ich nur 10 genommen. Das Gemisch hab ich 2 mal pro Tag umgerührt, es hat aber am Ende schon ein wenig zu gären begonnen. Dann aufgekocht, da entstand recht viel Schaum, den ich abgeschöpft habe. Dann ab in die Flaschen, es waren dann sogar insgesamt ca. 6,5 Liter. Lag wahrscheinlich an den saftigen Zitronen… Nun das Wichtigste, das Ergebnis: Fantastisch! Wie erwartet sehr zitronig, das heißt auch ein wenig bitter (was wir aber sehr mögen, dadurch schmeckt es umso erfrischender). Die Konsistenz flüssiger als man es von einem Sirup erwartet, man braucht aber trotzdem für den tollen Geschmack nicht mehr Sirup als sonst. (Bei Verwendung von Zucker mischt man ja normalerweise 1 Kilo Zucker pro Liter Wasser; eventuell könnte man die Konsistenz – wenn man will – also wahrscheinlich mit mehr Honig noch dickflüssiger machen.) Insgesamt bin ich total begeistert von dem Ergebnis – ein Jahr werden die sicher nicht alt bei uns! Vielen Dank! Liebe Grüße, Moni

Antworten
Madam Rote Rübe 10. Juni 2017 - 18:15

Liebe Moni,
mein Herz hüpft vor Freude angesichts deiner Begeisterung, wie schön, dass euch der Sirup so gut schmeckt. Vielen Dank für deine ausführliche Rückmeldung – und wie ich finde, ausgesprochen nützliche Rückmeldung. Nun bleibt mir nichts anderes übrig, euch einen sonnigen Sommer mit vielen Gläsern Holunderblütensirup zu wünschen.
Liebe Grüße
Sigrid

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Nina 11. Mai 2018 - 22:26

Liebe Sigrid.
Danke für deine Rezepte. Ich habe den Sirup letztes Jahr angesetzt, leider ist der Ansatz geschimmelt. Vielleicht war es zu warm? Wo lasst du deinen Ansatz den stehen?
Ich mag es dieses Jahr noch einmal probieren, der Holler fängt schon an zu blühen. Darf ich noch fragen, welchen Honig du verwendet hast, ich möchte ungern den Geschmack verändern.
Vielen lieben Dank und liebe Grüße Nina

Antworten
Madam Rote Rübe 12. Mai 2018 - 9:09

Liebe Nina,
das ist sehr schade, aber neuer Versuch – neues Glück. Da mir dieses Problem noch nicht vorgekommen ist, habe ich mich etwas schlau gemacht. Meistens sind die Zitronen und Orangen die Verursacher des Schimmels. Überbrühe sie am besten mit kochendem Wasser, welches du dann wegschüttest – und damit müssten die Sporen entfernt sein. Behältnisse und Flaschen sollten genauso desinfiziert werden. Als Honigsorte verwenden wir in unserer Familie für dieses Rezept Robinien- oder Akazienhonig.
Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du dieses Mal deinen Holundersirup genießen kannst.
Liebe sonnige Grüße
Sigrid

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Nina 15. Mai 2018 - 17:02

Vielen Dank! Ich habe ihn heute angesetzt und die Orangen/Zitronen vorher überbrüht – wie du vorgeschlagen hast.
Bin schon sehr gespannt und werde berichten. Liebe Grüße

Antworten
Madam Rote Rübe 16. Mai 2018 - 7:53

Gerne, ich drücke dir die Daumen, dass diesmal die Aktion mit Erfolg gekrönt ist.
Liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Bernadette 13. Juni 2019 - 14:45

Liebe Sigrid, schon wieder so ein wundervolles Rezept! Ich habe den Sirup gerade angesetzt und alleine der Duft hat schon alle Familienmitglieder nacheinander in die Küche gelockt… wir freuen uns schon auf den ersten Geschmackstest!
Ganz liebe Grüße aus dem Sauerland!
Bernadette

Antworten
Madam Rote Rübe 13. Juni 2019 - 18:31

Liebe Bernadette,
das klingt ja wunderbar, hab vielen herzlichen Dank für die liebe Rückmeldung. Dann bin ich gespannt, wie euch allen der Holundersirup schmeckt, wenn der Duft schon so gut ankommt.
Viele Grüße ins Sauerland
Sigrid

Antworten
Stefanie 13. Juli 2019 - 22:36

Liebe Sigrid,
letztes Jahr wollte ich endlich mal Holunderblütensirup machen. Da ich seit 20 Jahren alles ausschließlich mit Honig süße, habe ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Rezept gemacht und so auf deine wunderbare Seite gestoßen. Mit großer Freude habe ich gesehen, dass all deine Rezepte mit Vollkornmehl und Honig sind. Endlich mal eine Seite ganz nach meinem Geschmack!! Ein Traum! Du hast so viel tolle Rezepte und alles so liebevoll geschrieben und gestaltet. Der Sirup ist übrigens (leider nur 3 Flaschen, war etwas spät drann) ganz vorzüglichen geworden! Heuer war ich zur Blütezeit im Ausland, aber ich freu mich schon sehr auf nächstes Jahr! Bei uns am Wald wächst der Holunder in Hülle und Fülle!
Ich werde gleich noch zwei Kuchen kommentieren, die ich heute bei dem Regenwetter ausprobiert habe!
Vielen dank für die viele Arbeit die du dir machst um uns so viele wunderbare Rezepte zu schenken!
Ganz liebe Grüße aus Bayern von Stefanie

Antworten
Madam Rote Rübe 14. Juli 2019 - 8:40

Liebe Stefanie,
wie wunderbar, in dir eine Gleichgesinnte zu finden, hab herzlichen Dank für deine Worte. Ich freue mich so sehr, wenn mein Blog so viel Anklang findet.
Vollkorn und Honig ist aber auch eine köstliche Verbindung. Oder wie hier Holundersirup mit Honig. Gut, dass es wenigstens noch drei Flaschen geworden sind, um dir gerade noch die Nase lang zum machen für die nächsten Jahre…… *lach*.
Ich wünsche dir weiterhin viel Inspiration mit meinen Rezepten und lass sie dir gut schmecken.
Einen lieben Gruß aus der Westpfalz nach Bayern sendet dir
Sigrid

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