Vollkorn-Berliner aus dem Ofen – Fasnachts-Kichelcher werre geback

by Madam Rote Rübe

Die besten Vollkorn-Berliner aus dem Ofen

Berliner? Gesund? Leicht? Vollkorn? Ja! Einfach im Ofen backen und dabei Fett reduzieren, das geht. Oh, wunderbare Berlinerzeit – bitte ein, zwei oder drei Kichelcher für jeden von uns, für dich, für mich, für unsere Familien. Darf ich dir einen Vollkorn-Berliner reichen?

Bitte greif zu. Ach ja, einfach zuzubereiten sind sie allemal, sogar schlafen durfte ich dabei, der Teig ruhte im Kühlschrank.

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Nicht nur zur fünften Jahreszeit, der Narrenzeit, schmecken diese süßen Leckereien köstlich.

Mittlerweise locken das ganze Jahr in der Kuchentheke schmalzgebackene Berliner oder Krapfen. Sie sind heiß begehrt, wenn es nach den vollen Tüten geht, die aus den Bäckereien herausspaziert kommen.

Madam Rote Rübe: Vollkorn-Berliner aus dem Ofen

Vor allem jedoch ist der süße Hefeteig mit der Fasnacht unrettbar verbunden.  Die Alteingesessenen in der Westpfalz rufen sie in der närrischen Zeit Fasnachts-Kichelcher und jeder, der etwas auf sich hält, verdrückt sie als gehaltvolle Köstlichkeit.

’s is Fasnacht
Pfälzer Mundart Lied

’s is Fasnacht, die Pann kracht,
die Kichelcher sin geback.
Eraus mit, eraus mit,
ich steck se in mei Sack.
Un wann mei Mudder
kää Kichelcher backt,
do peif ich uff die Fassenacht.
’s is Fasnacht, die Pann kracht,
die Kichelcher sin geback.

Von alters her backten die Hausfrauen ihr Fastnachtsgebäck schwimmend in Fett aus, am schmutzigen Donnerstag oder Weiberfastnachtstag schlachteten sie das letzte Mal vor Aschermittwoch und verwendeten das aus der Schlachtung gewonnene Fett für Gebäck mit Ei aller Art oder für üppige Mahlzeiten, auch ein starkes Bier gehörte unbedingt dazu. Ohne Fett und Eier schritten die Gläubigen daraufhin nach Aschermittwoch in die karge 40 tägige Fastenzeit.

Madam Rote Rübe: Vollkorn-Berliner aus dem Ofen

Bisher hielt ich mich bei unseren Kichelcher sehr zurück, dies liegt wohl daran, dass ich lieber Gebäck mit Vollkorn vernasche und den vielen Zucker drumherum gerne vermeide. Leider gibt es Vollkorn-Berliner kaum zu kaufen, frittiert ist auch nicht unbedingt meins, nicht, dass ich es nicht mag, oh nein, doch mein inneres Warnsystem beginnt Alarm zu schlagen, wenn ich ihnen zu nahe komme: Hüftgoldalarm.

Frittierte Leckerbissen genießen leider nicht den besten Ruf, was ihre Verträglichkeit anbelangt, da ist so ein abgespeckter Ofenberliner ein willkommener Schmaus. Frisch aus dem Ofen schmecken selbst Vollkorn-Berliner locker und super lecker.

Schon letztes Jahr stieß ich auf einen verlockenden Berliner in den Tiefen des Internets. Kein fettgetränkter Berliner, kein Geruchsschock in der Küche, keine Angst vor Fettspritzer, oh nein, es war ein Ofenberliner! Ich war überaus angetan.

Vor einigen Tagen erblickte ich bei einem Food-Blog, den ich immer gerne verfolge, bei www. Auchwas.blogspot.de, wieder einen Ofenberliner, und nun war es um mich geschehen. Das erprobte Rezept übernahm ich weitgehend, meinen besten Dank an die rührige Ingrid.

Vollkorn-Berliner aus dem Ofen

Die besten Vollkorn-Berliner aus dem Ofen Berliner? Gesund? Leicht? Vollkorn? Ja! Einfach im Ofen backen und dabei Fett reduzieren, das geht. Oh, wunderbare Berlinerzeit… Hefekuchen Vollkorn-Berliner aus dem Ofen – Fasnachts-Kichelcher werre geback European Drucken
Zutaten für: 12 Berliner
Nutrition facts: 200 calories 20 grams fat

Zutaten

500 g Weizen-Vollkornmehl
100 ml Sahne
100 ml Wasser
30 g Hefe
60 g weiche Butter
60 g Akazienhonig oder anderer geschmacksneutraler Honig
1/4 TL Vanille
1 gestr. TL Salz
2 Eier

2 EL Butter, flüssig zum Bestreichen
Hagebutten-Mus zum Füllen

So geht es

Am frühen Abend die Hefe mit dem Honig in dem Sahne-Wassergemisch (Milch) verrühren und auflösen. In eine Schüssel geben, in der bereits Weizenvollkornmehl mit Salz und Vanille gemischt wurden und unterrühren. Die Butter und die Eier hinzufügen und alles einige Minuten sehr gut verkneten, bis der Teig sich vom Schüsselrand löst.
Den Teig zu einer Kugel formen und in einer Schüssel mit Deckel bei Zimmertemperatur in der Küche stehen lassen. Danach nochmals mit eingeölten Händen durchkneten und diesmal über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Am nächsten Morgen den Teig durchfalten und kneten, abgedeckt an die Heizung stellen und gehen lassen. Nach ca. 2 Stunden den Teig zu einer Rolle formen, 12 gleichmäßig Teile abtrennen und zu schönen runden Kugeln formen. Auf einem bemehlten Backbrett nochmals 1 Stunde abgedeckt gehen lassen.

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen, dabei das Backblech mit erhitzen.

Währenddessen mit der ausgelassenen Butter die Kugeln von allen Seiten bepinseln, das Blech aus dem Ofen nehmen und alle Berliner schnell daraufgeben. Vorsicht heiß! In ca. 15 Minuten goldgelb backen, herausnehmen und nochmals mit Butter bepinseln.

Danach in die noch warmen Berliner seitlich mit einer Tortenspritze das Hagebuttenmus hineinspritzen. Nur glatte Fruchtaufstriche verwenden, Stückchen in Marmelade funktionieren nicht besonders gut in der Tortenspritze.

Tipp:
Am besten, locker und fluffig, schmecken sie frisch gebacken und lauwarm. Wer mag, kann noch etwas Puderzucker darüberstäuben oder noch besser: gemahlene Kokosflocken oder Mandelmehl.
Die nicht benötigten Berliner mit oder ohne Fruchtaufstrich einfrieren, für den Zwischendurchgenuss das Gebäck einige Minuten antauen, dann für 10 Minuten bei 160 Grad im Backofen aufbacken.

Mit den besten Karnevalsgrüßen – Helau und Alaaf – deine

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20 Kommentare

Edyta Guhl 6. Februar 2016 - 22:16

Hallo Sigrid!
Ganz lecker sehen diese Vollkorn- Berliner aus und dazu noch Hagebutten- Mus…Auch die Zubereitungsmethode im Ofen gefällt mir sehr gut, besser als im Fett gebacken 🙂 Wieder mal was Neues gelernt…
Liebe Grüsse, Edyta

Antworten
Madam Rote Rübe 7. Februar 2016 - 10:18

Vielen Dank Edyta, ich glaube, dass ist das Faszinierende am Bloggen, als Foodblogger befassen wir uns ununterbrochen mit neuen Zubereitungen, dürfen kreativ schalten und walten und schlussendlich die Leckereien auch noch aufessen.
Herzlichst, Sigrid

Antworten
Charlotte Bex 7. Februar 2016 - 9:44

Hallo liebe Sigrid, was für eine super Idee!!!! Dieses Rezept erinnert mich ein wenig an die Buchtel, meine liebe Nachbarin immer macht!!! Aber Dein Rezept ist mir fast lieber, weil es mit Vollkornmehl gemacht wird, und das liebe ich!!!!! Danke für diese tolle Inspiration…..Alles liebe Charlotte

Antworten
Madam Rote Rübe 7. Februar 2016 - 10:21

Da hast Du völlig recht, Charlotte, Buchteln könnten wir genauso machen und sie schön gemeinsam in eine Form stellen. Was hindert uns daran, sie auch aus Vollkornmehl zuzubereiten? Vielen Dank für Deine netten Worte.
Liebe Grüße Sigrid

Antworten
Ingrid -auchwas- 7. Februar 2016 - 10:06

Liebe Sigrid,
ich bin sehr begeistert was Du aus einem einfachen Rezept gezaubert hast. Deine Vollkornversion wird jetzt bei mir auch eingeführt, das ist doch klar 🙂 aber leider ist die Hagebuttenmarmelade aus, das wäre wirklich das I-Tüpfelchen. Einfach toll wie immer Deine wunderschönen Aufnahmen. Herzlichen Dank für das erwähnen von meinem Blog, das ist super von _Dir und für das Rezept "da nich für" :). Ach ja die Sahne Wasser-Mischung ist perfekt, das macht sich auch meiner Meinung nach besser mit dem Vollkorn. Sahne nehme ich auch für meine Vollkornnudeln dazu, nur so am Rande. Dir einen schönen "Fassenacht" Sonntag und herzliche Grüße Ingrid

Antworten
Madam Rote Rübe 7. Februar 2016 - 10:44

Liebe Ingrid, danke für Dein Lob, doch bei Deiner wunderbaren Vorgabe hatte ich gut daran getan, dieses Rezept auszuprobieren. Es ist doch herrlich, wenn wir uns gegenseitig inspirieren können, bei Deiner Kreativität schaue ich einfach immer wieder gerne zu Dir hinüber. Klasse Dein Tipp mit den Vollkornnudeln, den werde ich mal aufgreifen, bisher habe ich immer etwas Öl zugesetzt.
Liebe Grüße Sigrid

Antworten
Kristin 7. Februar 2016 - 10:50

Tolles Rezept – ob die bei mir ankommen? Mal schauen… ich hab hier ja die Vollkornverweigerer, zumindest wenn es um 100% Vollkorn geht… ich werds testen, ggf. dann die 50% Vollkorn backen, das geht fast immer 😉

liebe Grüße Kristin

Antworten
Madam Rote Rübe 7. Februar 2016 - 12:12

Liebe Kristin, bei uns steht es 1:1 für Vollkorn, deshalb war ich ganz überrascht, als Herr Rübe begeistert von den 100%igen Berliner schwärmte, doch nur in dem Moment, wo sie noch lauwarm waren, später ließ die Begeisterung spürbar nach. Lieber frisch einfrieren und später aufbacken, dann schmecken sie wieder perfekt.
Liebe Grüße Sigrid

Antworten
dearlicious 7. Februar 2016 - 10:56

Liebe Sigrid,
ich habe mich bisher immer gescheut, Berliner zu machen, weil ich niccht frittieren wollte. Aber Vollkorn aus dem Ofen? Das klingt fantastisch! Und sieht bei dir wie immer sehr verlockend aus. Das speichere ich doch sofort mal ab. Schmeckt sicher auch nach Fastnacht noch hervorragend. 🙂

Liebe Grüße aus Mainz,
Dear

Antworten
Madam Rote Rübe 7. Februar 2016 - 12:18

Liebe Dear, man darf die Feste feiern, wie sie fallen und ich denke, Berliner schmecken bestimmt das ganze Jahr lecker. Die Bäcker wissen das auch. Toll, dass Du ebenfalls eine Vorliebe für Vollkorn hast, ich mag einfach seinen herzhaften und kompakten Geschmack.
Kulinarische Grüße nach Mainz zurück, Sigrid

Antworten
Sonsoles Furones 7. Februar 2016 - 11:54

Deliciosa!!!

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Madam Rote Rübe 7. Februar 2016 - 12:20

Vielen herzlichen Dank.
Liebe Grüße Sigrid

Antworten
Patce's Patisserie 6. Februar 2017 - 12:59

Liebe Sigrid,
wie gerne würde ich einen von deinen Vollkorn-Berlinern vernaschen! Auch ich mache um die Bäcker-Variante einen großen Bogen, weil mir der Zuckermantel zu viel des Guten ist und ich frittiertes nicht gut vertrage.
Aber würde ich solch einen beim Bäcker sehen, würde ich sofort zugreifen 🙂

Liebe Grüße
Patricia

Antworten
Madam Rote Rübe 6. Februar 2017 - 13:53

Liebe Patricia,
vielen Dank. Mir geht es wie dir, bei den Zuckerorgien, die so manchem Berliner angediehen werden, vergeht mir häufig der Appetit. Ein Ofenberliner ist da sehr viel bekömmlicher.
Liebe Grüße
Sigrid

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Anonym 6. Februar 2017 - 13:11

Hallo, klingt wirklich verlockend gut 😉
Hat es jemand auch schon mit Vollkorn Dinkelmehl probiert? Lg isabella

Antworten
Madam Rote Rübe 6. Februar 2017 - 13:55

Liebe Isabella,
ich tausche häufig die Mehlsorten aus, nehme auch gerne Dinkelmehl für Weizenmehl und hatte bisher noch keine Probleme damit. Probiere es doch mal aus, das klappt bestimmt.
Liebe Grüße
Sigrid

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Krisi 7. Februar 2017 - 20:27

Hallo Sigrid
Ich bin nun gar kein Fastnachtsfan, aber Beriner habe ich immer gemocht;) Deine Vollkornvariante sieht richtig verlockend aus, eine sehr leckere Idee. Ich kann mir vorstellen, das die Berliner schön fluffig sind, dank des mehrmaligen aufgehens! Mhh, jetzt habe ich richtig Lust darauf bekommen=)
Liebe Grüsse,
Krisi

Antworten
Madam Rote Rübe 8. Februar 2017 - 7:12

Oh ja, so geht es mir ebenfalls, Krisi, vielen Dank. Inzwischen schwöre ich auf eine lange Gehzeit vom Hefeteig, sie sie für ihn sehr bekömmlich.
Viele Grüße
Sigrid

Antworten
Sabine 13. Februar 2018 - 14:11

Hallo liebe Sigrid,
meinst Du, ich krieg die Marmelade auch anders in die Berliner, hab grad keine Tortensprize und möchte sie unbedingt ausprobieren…
Schmecken sie eigentlich sehr fest oder haben sie durch das lange Gehen etwas “ Fluffiges“

Ich wünsche Dir einen schönen sonnigen Tag.
Bester Gruß
Sabine

Antworten
Madam Rote Rübe 13. Februar 2018 - 15:58

Liebe Sabine,
da gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine davon wäre, nimm zwei dünnere Kreise, gib auf den einen ein Klecks Marmelade, bestreiche den Rand mit kaltem Wasser und drück den zweiten Kreis fest drauf. Dann nach Rezept weiter vorgehen. Oder Du nimmst die fertig gebackenen Berliner, schneidest sie auf und füllst sie mit Marmelade, Vanillepudding und Sahne. Frisch aus dem Ofen schmecken sie natürlich am allerbesten, wir waren angenehm überrascht. Natürlich sind sie nicht so fluffig wie die vom Bäcker. Wenn Du Angst hast, sie könnten zu fest sein, dann nimm doch zur Hälfte helleres Mehl für den Teig und taste Dich heran.
Ich wünsche Dir viel Freude beim Nachbacken, lasst es Euch schmecken. Eben kamen wir von einem Spaziergang zurück, der sonnige Tag ist in Erfüllung gegangen. Vielen Dank.
Auch Dir wünsche ich noch einige schöne sonnige Stunden.
Liebe Grüße
Sigrid

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