Restezauber | Auf der Zunge zergehende vegetarische Brotbuletten in würziger Curry-Sauce Berliner Art | Zu gut für die Tonne

by Madam Rote Rübe

Wertschätzen statt wegwerfen

Ich sehe hier auf dem Land auf meinen Spaziergängen die Saat auf den Äckern aufgehen, sehe die Getreidefelder reif werden, die Ernte der verschiedenen Getreidesorten und deren Abfuhr.

Säckeweise schleppe ich Weizen, Roggen und Dinkel von der Mühle ins Haus, beobachte, wie die Körner durch meine Getreidemühle laufen und spüre den Staub in der Nase und das fein gemahlene Mehl zwischen meinen Fingerspitzen.
Ich hege und pflege Sauerteige daraus, gebe ein genaues Quantum davon in meinen Teig, knete diesen mit Hingabe, beobachte geduldig seinen Trieb und forme die Backwaren.

Wenn dann der Duft des frisch gebackenen Brotes oder der Brötchen aus dem Backofen bis in die letzte Ritze des Hauses streicht und ich den ersten Bissen von meinem frisch gebackenen Brot koste, dann weiß ich, es hat sich gelohnt.

Wohin mit den besten Resten?

Der Unterschied zu gekauftem Brot ist der, dass es voller gesunder Inhaltsstoffe ist und bei weitem nicht so schnell altbacken und trocken wird, wie industriell hergestelltes. Deshalb kaufe lieber gutes Brot beim Bäcker, der sein Handwerk hoch hält.
Ich weiß, wieviel Arbeit ich hineingesteckt habe – Brot ist für mich nicht die schnelle Mahlzeit und der schnelle Einkauf. Genauso liegt mir Gemüse und Obst am Herzen. Es ist viel zu gut für die Tonne!

Und wenn ich doch mal einen Kanten Brot übrig habe, gibt es die köstlichsten Rezepte, wie diese herrlichen vegetarischen Brotbuletten in Currysauce Berliner Art. Sie kleiden sich mit vielen Namen: vegetarische Frikadellen, Bratlinge, Klößchen…… – ganz nach Belieben. Schmecken tun sie alle.

Nach dem ersten Bissen höre ich folgendes Statement von Hansi Rübe: „Ooooh, das ist ja viel zu gut.“ Ich wette, er wollte gerade loslegen, dass das ja nicht schmecken kann – es sind ja nur Reste. Glück gehabt – selbst in den Brotbuletten verbirgt sich nun Gesundheit und vor allem viel Geschmack. Sie zergehen förmlich auf der Zunge.

Kleine Reste – feine Reste

Mein Ehrgeiz war, Zutaten zu verwenden, die ich als Reste oder Vorräte zu Hause hatte. Ich schaute also in meinen Kühlschrank und zwar nicht nach einer Einkaufssession, sondern vor einer, wenn so manches Mäuschen mit Tränen aus ihm herauslaufen würde, weil es so gar nicht aus dem Vollen schöpfen konnte.

Diese Brotbuletten sind rein vegetarisch und es ist ohne weiteres möglich, das Brot durch übrig gebliebenem Reis, Couscous oder Kartoffeln zu ersetzen. Natürlich springen ebenfalls Schinken-,  Wurst- oder Käsereste mit hinein. Auch Gemüse kann wunderbar hineingemogelt werden. Wie oft liegen ein, zwei Möhren oder eine Paprika im Kühlschrank und fristen ein einsames Dasein, bevor sie endgültig entsorgt werden.
Übrigens, vor dem Backen wälzte ich die kleinen Bällchen in Vollkorn-Semmelbrösel –  eine tolle Lösung, um altes Brot zu verwerten.

Ran an die Reste – günstig und einfach

Bei der Sauce funktionierte es genauso. Am Tag vorher kochte ich Apfelmus und ein Schälchen davon blieb übrig, also peppte ich die Sauce damit auf. Ich wusste nicht, dass Apfelmus dermaßen lecker in einer Currysauce schmeckt.

Wenn du dir so eine Sauce wünschst und einige ältere Äpfel bei dir herumliegen, putze, schäle und füge sie hinzu – das passt richtig gut!

Curry-Sauce Berliner Art ist günstig und einfach zuzubereiten – Gemüsereste wie Paprika, Sellerie und Zwiebel verbrauchst du leicht und wohlschmeckend. Anstelle Tomatenmark kannst du reife Tomaten in der Sommerzeit nehmen, in der jetzigen Jahreszeit bieten sich stattdessen gute Tomaten aus der Dose an. Püriere die Sauce und Pasta-Liebhaber, Curry-Wurst- und Pommes-Fans werden sie lieben. Viele Varianten von Gemüse sind zudem in ihr vorstellbar, z.B. Bohnen, Möhren, Broccoli, Blumenkohl usw.

Serviere zu diesem Gericht einen frischen Salat und es ist perfekt. Sei kreativ und ersetze mutig Zutaten, die dir fehlen, durch vorhandene und du hast viele beste Reste verwertet.

Madam Rote Rübe - vegetarische Brotbuletten in würziger Curry-Sauce Berliner Art

Vegetarische Brotbuletten in Curry-Sauce Berliner Art

Wertschätzen statt wegwerfen Ich sehe hier auf dem Land auf meinen Spaziergängen die Saat auf den Äckern aufgehen, sehe die Getreidefelder reif werden, die… Bunte Landküche Restezauber | Auf der Zunge zergehende vegetarische Brotbuletten in würziger Curry-Sauce Berliner Art | Zu gut für die Tonne European Drucken
Zutaten für: 4 Personen (in Klammern stehen mögliche Varianten davon)
Nutrition facts: 200 calories 20 grams fat

Zutaten

Für die Brotbuletten:
175 g altbackenes Brot (Reis, Couscous, geriebene Pellkartoffeln)
150 g Joghurt 3,5% (saure Sahne oder Milch)
50 g Haferflocken (Semmelbrösel)
60 g Schafskäse-Feta (geriebener Hartkäse)
2 Eier
90 g Möhre
2 Lauchzwiebeln (1 kleine Zwiebel)
1 Knoblauchzehe
1 rote Peperoni (Paprikapulver oder Chiligewürz)
1 TL Senf
2 Zweige Petersilie
Kräutersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 gute Prise Paprikapulver scharf
50 g Vollkorn-Semmelbrösel (Haferflocken, Sesam)
4 EL Olivenöl (Raps- od. Sonnenblumenöl)
-----------------------------------------
Für die Curry-Sauce Berliner Art:
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 rote Paprika
30 g Sellerieknolle
2 EL Olivenöl
400 ml Gemüsebrühe (selbstgemacht hier)
100 g Tomatenmark (ein Teil als frische Tomaten, Tomatenpüree, Tomaten aus der Dose)
200 g Apfelmus (2-3 Äpfel)
Meersalz
1/2 TL Paprikapulver, scharf
1 gehäufte EL Currypulver
-----------------------------------------
Sonstiges:
1 P. Mozzarella (geriebener Käse, Parmesan)
2-3 Thymianzweige
Butter für die Auflaufform

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

So geht es

Für die Brotbuletten das Brot in 1/2 cm große Würfel klein schneiden und mit dem Joghurt zum Einweichen vermischen. Eine Stunde stehen lassen.
Dann Haferflocken, zerbröselten Käse, Eier, fein geraspelte Möhre, fein gewürfelte Lauchzwiebeln, Knoblauchzehe und Peperoni ohne Kerne hinzufügen. Mit Senf, fein gewiegter Petersilie, Kräutersalz, Pfeffer und Paprikapulver würzen und alles gründlich vermischen.
Etwa 18-20 Bällchen formen und in Semmelbrösel in einem tiefen Teller wälzen, bis sie rundherum davon umhüllt sind.
Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und bei mittlerer Hitze die Buletten unter vorsichtigen Wenden knusprig goldbraun braten.

Währenddessen für die Curry-Sauce Paprika und Sellerie putzen, Zwiebel und Knoblauch schälen und alles fein würfeln.
In einem Topf Olivenöl erhitzen, das Gemüse darin leicht anbraten und einige Minuten dünsten. Gemüsebrühe zugeben, Tomatenmark einrühren und das Apfelmus hinzufügen. Mit Salz, Paprikapulver und Currypulver würzen.

Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Auflaufform einfetten. Mozzarella abtropfen lassen und in Scheiben schneiden. Die Curry-Sauce in die Form hineingeben und die Brotbuletten darauf verteilen. Mit den Mozzarellascheiben belegen und im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene etwa 15 Minuten backen, bis der Käse leicht gebräunt ist.

Mit einigen Thymianblättchen bestreuen und mit einem frischen Salat servieren.

Tipps:

  • Je nachdem, wie weich der Teig für die vegetarischen Buletten ist, etwas mehr Haferflocken zugeben.
  • Schinken- und Wurstreste kleingewürfelt hinzufügen.
  • Sie können sehr gut im Voraus zubereitet und in einer Frischhaltedose aufbewahrt werden. Im Kühlschrank bis zu 3 Tage, in der Gefriertruhe bis zu 3 Monate lang.
  • Mit der Zugabe von mehr Gemüse, z.B. Möhren, Pastinaken, Chinakohl, Kidneybohnen, Broccoli usw. und leicht verdünnt, kann die Sauce als Suppe serviert werden.
  • Die Curry-Sauce lässt sich hervorragend in größeren Mengen kochen, pürieren und je nach Bedarf aus dem Tiefkühlfach für Currywurst, Pommes, Nudelgerichte und Co. nehmen.
  • Soll es schnell gehen und Eier sinnvoll verwertet werden, glänzen in der Sauce gestockte Eier.

Wissen rettet Lebensmittel

Wusstest du, dass Obst und Gemüse fast die Hälfte unseres jährlichen Lebensmittelabfalls ausmachen? Weit vor Backwaren, Speisereste und dem Schlusslicht Milchprodukte. Lebensmittel im Wert von rund 235 Euro wirft jeder Deutsche im Durchschnitt jährlich in den Müll.

Und das muss nicht sein. Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir uns davor schützen können, unsere Lebensmittel lieblos wegzuwerfen.

Informationen, die helfen, Lebensmittelabfälle zu vermeiden, stehen an erster Stelle. Sie helfen uns, besser zu planen, besser zu lagern, besser zu essen und mit kreativen und einfachen Kochideen an die Reste zu gehen.

https://www.zugutfuerdietonne.de/initiative-material-und-aktionen/aktion-restezauber-wettbewerb/Viele Infos findest du bei der Aktion „Zu gut für die Tonne“ vom Bundeszentrum für Ernährung. Um ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung zu setzen, mache ich mit diesem Rezept  beim Wettbewerb #Restezauber mit. Retten wir unsere Lebensmittel. Jeder von uns kann etwas tun. Viele kleine Schritte ergeben eine große Wirkung.

Gibt es ein Resteessen, mit dem du immer richtig liegst und alle begeisterst? Nur her damit, ich freu mich darauf.

Einen lieben Gruß aus der Resteküche

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Das hier könnte dir auch gefallen

14 Kommentare

Margot Spahl 14. Oktober 2017 - 17:17

Da kann ich nur sagen: mein Kompliment, liebe Madame Rote Rübe!!!
Schöne Grüße aus Ostfriesland,
Margot S.

Antworten
Madam Rote Rübe 15. Oktober 2017 - 6:03

Liebe Margot,
ich kann Dir gar nicht das so rüberbringen, wie sehr mich Deine Worte freuen, vielen Dank.
Einen goldenen Herbstsonntag wünsche ich Dir in Ostfriesland.
Liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Heidi 14. Oktober 2017 - 21:37

Reste gibt es selten . Aber wenn geht vieles in die Pfanne . Noch einen Salat dazu und guten Appetit. Weg werfen kommt selten bis nie vor.
Danke für deine Anregung 😉
LG heidi

Antworten
Madam Rote Rübe 15. Oktober 2017 - 6:04

Liebe Heidi,
gute Vorplanung ist alles und das liegt dir – perfekt, wenn es kaum Reste gibt.
Liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Patce's Patisserie 15. Oktober 2017 - 8:53

Ein supertolles Rezept, ich liebe vegetarische Buletten, albackenes Brot gibt es öfter als einem lieb ist und die Sauce klingt super interessant! Das Rezept ist direkt gepinnt 🙂

Ganz liebe Grüße zu dir,
Patricia

Antworten
Madam Rote Rübe 16. Oktober 2017 - 6:22

Super, liebe Patricia, dass dich dieses Rezept gleich so anspricht, vielen Dank, das freut mich.
Hab eine schöne Woche,
liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Gabi Gründling 16. Oktober 2017 - 10:23

das liest sich auch mal wieder richtig lecker. Wenn ich altes Brot habe, was schon selten vorkommt, landet das meistens bei den Hühnern einer guten Bekannten. Von der ich dann öfter mal Eier kaufe, so daß das Brot über diesen Kreislauf zu mir zurück kommt *lach*. Aber für diese Brotletten werde ich mir mal was aufheben.

Resteessen gibt's bei uns tendentiell auch aus der Pfanne. Eine Freundin sagt "Reis mit Scheiß", wenn Reisreste mit allerlei Gemüseresten und Rührei aufgepeppt wird. Das mag ich auch ziemlich gerne. Aus denselben Zutaten mache ich gerne auch "Muffins" (ähnlich Deiner Nudelnester von letzter Woche), weil man die dann auch gut im Büro kalt essen kann.

sonnige Grüße aus der Vorderpfalz!

Antworten
Madam Rote Rübe 16. Oktober 2017 - 11:59

Liebe Gabi,
vielen Dank für die vielen Tipps, die kommen immer gut.
Altes Brot für die Hühner? Das ist mir bekannt, ich erhalte manche Tüte voll trockenes Brot für meine Hühner – und darüber bin ich froh, weiß ich doch, dass dieses schon mal nicht in die Tonne gekloppt wird.
Deine sonnigen Grüße wurden erhört, auch in der Westpfalz scheint die Sonne…. lach.
Ganz liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Claudia 17. Oktober 2017 - 4:42

Liebe Sigrid,
was für ein toller Post, angefangen bei den so schönen Worte über das Korn vom Feld, übers mahlen und kneten, bis hin zum herrlichen Duft vom frisch gebackenen Brot!
Dein Rezept dazu von den Resten ist klasse und geefällt mir sehr gut!
Danke dafür!
Danke auch für die so lieben Zeilen im letzten Post bei mir, ja, das wäre sicher herrlich, auf der Wiese, die Wolken beobachten und schauen, was uns da so begegnet *lächel* … dazu Deine herrlichen Rucksack-Leckereien *schmunzel* …. wer weiß, vielleicht ergibt sich ja irgendwann einmal diese Möglichkeit ;O)
Ich wünsche Dir einen wundervollen Tag!
♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

Antworten
Madam Rote Rübe 17. Oktober 2017 - 5:59

Liebe Claudia,
Du machst mich mit Deinen Worten ganz glücklich, nun weiß ich, dass genau das, was ich rüberbringen wollte, angekommen ist. Vielen Dank.
Auf diese Möglichkeit, die Du ansprichst, freue ich mich jetzt schon….. lach.
Auch Dir wünsche ich einen goldigen Herbsttag,
liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Ines 27. Januar 2018 - 18:47

Liebe Madam Rote Rübe,
ich bin schon seit längerem mit den leckeren Brotaufstrichen zugange. Heute gab es die Brotbuletten zum Abendessen. Sie waren einfach göttlich !! Wirklich alle von meiner Familie waren begeistert ! Mein Kompliment. Die werden ab sofort fest auf unserem Speiseplan integriert. Vielen Dank dafür! lg Ines

Antworten
Madam Rote Rübe 28. Januar 2018 - 8:11

Liebe Ines,
ein schöneres Kompliment konntest Du mir nicht machen. Vielen lieben Dank für Dein tolles Feedback. Ich freue mich sehr, dass die Brotbuletten und Brotaufstriche bei Euch so gut ankommen – für mich das größte Geschenk.
Liebe Grüße und hab einen wunderbaren Sonntag
Sigrid

Antworten
Uschi 4. Februar 2018 - 19:50

Hallo Sigrid,
vielen Dank für das tolle Brotbuletten Rezept.
Ich war auf der Suche nach einer Verwertung unserer wunderbaren Restebrotknaps und habe hier eine ganz tolle Möglichkeit gefunden!
Das Rezept ist klasse und total lecker die Brotbuletten an sich sind ab sofort ins feste Repertoire aufgenommen.
Eine ganze tolle Weiterverwertung!
Ein herzliches Dankeschön und der Blog bietet noch so viele Ideen und Anregungen ich bin begeistert!
Alles Gute und viele Grüße
Uschi

Antworten
Madam Rote Rübe 5. Februar 2018 - 8:02

Liebe Uschi,
ein schöneres Feedback kann ich mir nicht wünschen. Danke dafür! Es macht mich glücklich, dass die Brotbuletten euch begeisterten, denn ich war auch so angetan von ihnen. Weiterhin viel Freude und Inspiration beim Stöbern und Nachkochen hier auf dem Blog.
Liebe Grüße
Sigrid

Antworten

Schreibe einen Kommentar