Möhren-Dinkel-Toastbrot mit Möhren-Schnittlauch-Butter

by Madam Rote Rübe

Der Traum vom Landleben

Madam Rote Rübe träumte. Sie träumte von einem Leben, in dem sie umgeben von Hühnern und Enten, Ziegen und Lämmern abends nach getaner Arbeit die Früchte des Tage aus dem bunten Bauerngarten genoss. Dabei saß sie an einem alten gewienerten Holztisch mit all seinen Gebrauchsspuren.
Vor ihr standen frische Möhren zum Knabbern, eingelegte Essig-Gurken, köstliche Marmeladensorten, cremiger Ziegenfrischkäse und direkt vor ihr lag auf dem Schneidebrettchen eine Scheibe von ihrem frisch gebackenem Brotlaib, mit einem Duft, von dem sie nie genug bekam.

Sie genoss die frischen Eier ihrer Hühner, die sich wohlfühlten, heftig mit den Flügeln flatterten und im Erdreich nach Würmern scharrten und die Ziegen sprangen vor Glück über die Wiese, wenn sie nach ihnen schaute. Sie meckerten und stupsten sie leicht an, dann suchten sie weiter nach einzelnen Blättchen von schmackhaften Kräutern.

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Es blieb ein Traum, ansatzweise erfüllte er sich und erfüllt er sich noch, denn natürlich hat die Idee von saisonalen und regionalen Erzeugnissen viel für sich.
Sie hält daran fest – trotz gewisser Ausrutscher – Essen sollte natürlich sein, ohne Zusatzstoffe, ohne künstliche Aromen, ohne raffinierte Inhalte.

 

Aus der Region und nach der Saison

Etliches spricht für mehr Bewusstsein bei unserem Einkauf.
Madam wohnt in der Pfalz, wenn sie also saisonale und regionale Produkte kauft, bedeutet dies:

  • kurze, umweltschonende Lebensmitteltransporte
  • je nach Erntezeit kommen saisonale Obst- und Gemüsesorten in die Einkaufsmärkte
  • frische und ausgereifte Lebensmittel
  • eine gestärkte heimische Landwirtschaft
  • Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen
  • freiwillige Kennzeichnung von umweltfreundlichen Lebensmitteln
  • eine nachvollziehbare Herkunft durch Transparenz
  • wieder Vertrauen gewinnen in heimische Produkte

Deshalb stellt sie sich manchmal die Frage: Muss ich immer alles haben?

Weiß ich, woher all die Produkte kommen, die auf meinem Teller landen? Weißt du es? Nein?

Dankbar in der Haltbarkeit, traditionell angebaut im Einklang mit der Natur, geerntet zwischen Juli und Oktober, knackig, frisch, schön süß, gesund und vielseitig: Die Rede ist von unserer heimischen Möhre! Oder nennst du sie Karotte, Mohrrübe, Rübli oder Wurzel?

Sie ist alles andere als langweilig und eine meiner Lieblingsgemüsesorten. Vor allem bei einigen Gramm Hüftgold zu viel, isst Madam abends gerne Möhrensticks.

Du hast sie bestimmt schon in Suppe, als Salat und als Gemüse mit Erbsen gegessen oder zwischendurch und unterwegs als köstlichen Knabberspaß daran gemümmelt.

Möhre, die dankbare Kombi

Kombinieren lässt sich die Möhre mit fast allem, tolle Kuchen und Muffins lassen sich mit ihr backen und natürlich auch Brot.

Am liebsten isst Ehepaar Rübe selbstgebackenes Brot und startet mit einem gesunden und vollwertigen Frühstück in den Tag. Deshalb habe ich dir unser irrsinnig beliebtes Vollkorn-Toastbrot aus Dinkel mit saftiger Möhre mitgebracht.

Dieses einfache Toastbrot macht vielleicht fünf Minuten mehr Arbeit durch Ansetzen eines Vorteigs, Quellteigs und Raspeln der Möhren, aber glaube mir, danach willst du nie mehr ein anderes essen. Wenig Hefe, voller Geschmack, fluffige Konsistenz und wenn du es noch röstest und die Möhren-Schnittlauch-Butter darauf schmilzt, dann verspreche ich dir, ist es völlig um dich geschehen.

Möhren-Dinkelvollkorn-Toastbrot & Möhren-Schnittlauch-Butterrolle

Der Traum vom Landleben Madam Rote Rübe träumte. Sie träumte von einem Leben, in dem sie umgeben von Hühnern und Enten, Ziegen und Lämmern… Frühstück Möhren-Dinkel-Toastbrot mit Möhren-Schnittlauch-Butter European Drucken
Zutaten für: 2 kleine Brote
Nutrition facts: 200 calories 20 grams fat

Zutaten

Vorteig:
200 g Dinkelvollkornmehl
200 g handwarmes Wasser
0,5 g Frischhefe
Quellteig:
200 g Dinkelvollkornmehl
200 g handwarmes Wasser
Hauptteig:
Vorteig
Quellteig
320 g Dinkelvollkornmehl
180 g fein geriebene Möhren
2 TL Honig
6 g Frischhefe
18 g Salz
50 g zimmerwarme Butter + Butter zum Einfetten der Formen

Möhren-Schnittlauch-Butterrolle:
125 g zimmerwarme Butter
100 g fein geriebene Möhren
1 TL Thymianblättchen
2 EL fein geschnittene Schnittlauchröllchen
Kräutersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

So geht es

Die Zutaten des Vorteigs am Abend miteinander verrühren und ebenfalls die vom Quellteig. Bei Zimmertemperatur über Nacht abgedeckt ruhen lassen.

Vorteig und Quellteig zusammen in eine Schüssel geben, nun kommen dazu das restliche Dinkelvollkornmehl, die Möhrenraspel von geputzten Möhren, Honig, zerbröselte Frischhefe und das Salz an den Schüsselrand. Alles gut miteinander verkneten, dann nach und nach die Butter hinzufügen und weiterkneten. Den Teig eine Stunde gehen lassen.
Währenddessen die Formen (Größe 20 x 11 cm) mit Butter gründlich ausfetten.
Nun den Teig halbieren und die Hälften nochmals genau dritteln. Die Drittel auf einer bemehlten Fläche mit leicht bemehlten Händen zu länglichen Fladen drücken, die nicht breiter als die Form sind, diese dann gleichmäßig und straff aufrollen. Jeweils drei Rollen nebeneinander in die Backformen legen.
Die obere Fläche mit Backpapier abdecken und dann locker mit Alufolie umwickeln.
Den Brotteig nochmals 1 Stunde gehen lassen und dann im vorgeheizten Backofen bei 220°C Ober-/Unterhitze auf der 2. Schiene von unten ca. 45 Minuten backen.
Die Toastbrote aus der Form nehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

Tipp:
Damit es sich auch lohnt, backe ruhig gleich zwei oder ein großes Toastbrot, denn es lässt sich hervorragend einfrieren.


Während dem Backen die Möhrenbutter vorbereiten:

Die Butter mit den Rührbesen des Mixers einige Minuten schaumig verrühren, bis sie hell wird und Spitzen zieht.
Die restlichen Zutaten unterrühren, abschmecken und in eine Schale geben oder die Masse mit Hilfe von Frischhaltefolie zu einer Rolle formen und im Kühlschrank kalt stellen.

Tipp:
Die Möhren-Butter für den streichfähigen Genuss unbedingt eine halbe Stunde vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank nehmen und aufschneiden.

Jetzt bin ich gespannt auf dein Lieblingsgericht und freue mich auf deinen Kommentar.

Einen herzlichen Gruß vom Lande sendet dir

 

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48 Kommentare

suse b 22. August 2016 - 5:07

Hi – mein regionales Lieblingsgericht sind Maultaschen – mit einem großen Salat. MMMhhh (also ein schäbisches bzw. badisches Essen)

Liebe Grüße,

Suse

Antworten
Madam Rote Rübe 22. August 2016 - 12:08

Oh, liebe Suse, ein feines Lieblingsgericht, ich kann mir gut vorstellen, dass Du dieses öfters gerne isst.
Ich drück Dir fest die Daumen,
liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Manuela 22. August 2016 - 5:18

Wie genial ist das denn? Ich rieche förmlich Dein Brot … und das alles mit geriebenen Karotten … wir haben eh gerade eine Karottenschwemme und hatte am WE Karotten-Kartoffelpüree. Ich danke Dir für diese wundervollen Rezepte und werde es ausprobieren. LG Manuela

Antworten
Madam Rote Rübe 22. August 2016 - 12:05

Liebe Manuela,
klasse, dass Du jetzt Karottenrezepte gut gebrauchen kannst, diese Woche kommen noch zwei weitere, wäre doch gelacht, wenn Du Deiner Karottenschwemme nicht Frau werden kannst.
Ich wünsche Dir viel Glück,
alles Liebe
Sigrid

Antworten
Carla 22. August 2016 - 5:36

Schöne Aktion! Regional ist wirklich sinnvoll und schmeckt meistens ja auch besser.
Meine Lieblingsgerichte wechseln sehr oft. Aber aus aktuellem Anlass würde ich gerade für Zwetschgendatschi stimmen 😉
Liebe Grüße
Carla

Antworten
Madam Rote Rübe 22. August 2016 - 12:03

Das freut mich, liebe Carla, dass die Aktion bei Dir so gut ankommt.
Ich drück Dir die Daumen,
liebe Grüße
Sigrid

Antworten
unsermeating 22. August 2016 - 6:20

Mmmmh, selbst gebackenes Brot ist einfach so gut! Ein absolutes regionales Lieblingsgericht hab ich nicht, das ändert sich einfach je nach Wetter und Saison. Ein Dauerbrenner ist aber definitiv Linsen & Spätzle mit Albleisa und selbst gemachten Spätzle. Sooo gut!
Lg, Miriam

Antworten
Madam Rote Rübe 22. August 2016 - 12:01

Liebe Miriam,
oh, das kenne ich, manche Gerichte dürfen gerne das ganze Jahr auf den Tisch kommen, sie schmeicheln immer wieder unsere Gaumen.
Alles Glück der Welt und ganz liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Hermann Kantak 22. August 2016 - 9:06

Ein Hoch auf die Bäckerin!

Und ein Lob für Dein Engagement, liebe Sigrid –
nicht alleine auf Deine Küchenkunst und -künste bezogen,
nicht allein auf Deine Präsentationen in Wort & Bild bezogen,
sondern auch auf Dein Betonen der regionalen Verwurzelung.

Verwurzelung?
Aber konsequent:
Möhren-Dinkel-Toatsbrot 😉

Und zudem bietest Du nun neben Deinen Gaumenfreuden
auch die Chance eines beschwingten Einkaufes, danke.
Was muß ich tun?

Mein regionales Lieblingsgericht angeben, aber gerne:
ich muß nur meine 25-Lieblingsmampf-Regionalliste nehmen
und komme dann nach dreistündigem Grübeln spontan auf …

Birnen, Bohnen und Speck (gibt’s auch: de luxe!) im Winterhalbjahr
Bratheringe (auch mal eingelegt) mit Bratkartoffeln im Sommerhalbjahr
Bauernmädchen mit Schleier als gewaltiges Dessert geht immer

(naja, beim süßen Abschluß habe ich etwas gemogelt,
aber wir wohnen doch so nah an der dänischen Grenze
und die Landesgeschichte war hier sehr wechselhaft 😉

… und wähle nun, da es ja nicht um eine Liste gehen soll …

AALRAUCH-MATJES
MIT KRÄUTERKARTOFFELN
& BOHNENSALAT

Hach, da kommt Stimmung auf — 11 Uhr, der Bauch grummelt!
Da bleibt mir jetzt nur noch, Dich herzlich zu grüßen
und mich schnuppernd gen Küche aufzumachen.

Allerbeste Sommersonnentage wünschend
und in stiller Verehrung verbleibend,

Hermann

Antworten
Madam Rote Rübe 22. August 2016 - 11:57

Lieber Hermann,
ich muss schmunzeln, ich lese, Du bist kein Kostverächter, denn die haben es besonders schwer, sich für ein Gericht zu entscheiden, schließlich schmeckt ja alles köstlich. Wenn ich es nicht schon wüsste, Deine Auswahl lässt wirklich die Vermutung aufkommen, dass Du aus dem hohen Norden kommst. Interessant ist sie für uns Westpfälzer allemal.
Ich drücke Dir ganz dolle die Daumen und wünsche Dir ebenfalls sommerliche Temperaturen,
Sigrid

Antworten
Anonym 22. August 2016 - 11:23

Wird das toastbrot mit der abdeckung durch backpapier …und einwickeln durch alufolie gebacken,?waere so meine evtl. Naive frage?

Antworten
Madam Rote Rübe 22. August 2016 - 11:42

Genauso, erst die Backpapierabdeckung auf den Teig geben, damit dieser nicht an der Alufolie hängen bleibt, die locker, aber dicht darübergewickelt wird. Mit dem Resultat, dass der Dampf im Teig bleibt, deshalb braucht man auch kein Wasser in den Backofen geben.
Liebe Grüße Sigrid

Antworten
lieblingsrezept 22. August 2016 - 11:25

Eines meiner regionalen Lieblingsgerichte ist – das ist gar nicht so einfach, denn da gibt es so viele – aber nehmen wir mal den Pfälzer Zwiebelkuchen (Zwiwwelkuche) 🙂

Bis auf die Hefe, von der ich nicht weiß, wo sie herkommt und Salz, Pfeffer, Kümmel) kommen alle weitere Zutaten aus der Region.
Ich habe ja glücklicherweise einen Rewe nur 500 m von zuhause und auch einen Edeka, wo es immer frische regionale und saisonale Produkte gibt. Ich kann die Aktion nur unterstützen. Das ist auch genau mein Motto.

Das Rezept mit der Möhren-Schnittlauch-Butterrolle muss ich unbedingt mal ausprobieren. Mal was anderes als Kräuterbutter oder Tomatenbutter oder so. <3

LG
Mona

Antworten
Madam Rote Rübe 22. August 2016 - 11:48

Oh, da hast Du es gut, liebe Mona, alles griffbereit in solcher Nähe zu haben, wir dürfen schon einige Dörfer weiter fahren. Da wäre ja solch ein Gutschein sehr praktisch für Dich.
Ich wünsche Dir viel Glück.
Liebe Grüße
Sigrid

Antworten
lieblingsrezept 22. August 2016 - 15:08

Danke Dir 🙂
Ja, manchmal ist es von Vorteil, wenn man in der Stadt wohnt. Wobei ich ja glücklicherweise auch nicht richtig in der Stadt wohne sondern am Stadtrand, aber die Infrastruktur ist was das angeht doch besser als auf dem Land. Allerdings gibt es bei uns nicht so viele Bauern. Am Wochenende war ich in meinem Heimatort und habe das Einkaufen im Hofladen mal wieder genießen können 🙂
LG
Mona

Antworten
Heike kraeuterlein 22. August 2016 - 11:36

hej Sigrid,
tolle Idee und Rezepte sind das wieder.
Unsere regionales Lieblingsrezept zu dieser Zeit ist:
kleine frische Rote Beete bißfest kochen, kalt abschrecken und schälen, danach in grobe Würfel schneiden. 1 rote Zwiebel in Ringe geschnitten dazu, Salz und Pfeffer, Essig und Öl. Mischen und bevor man diesen Salat ißt, noch etwas Butter in eine Pfanne geben, etwas Zucker und grob zerkleinerte Walnüsse. Diese Nüsse karamelisieren und unter den Salat heben. Köstlich! Die Menge ist beliebig wählbar.

oder auch:
frisch gekochte rote Beete in dünne Scheiben scheiden, auf einem Teller anrichten, etwas Salz und Pfeffer drüber und gekrümelter Feta bzw. Schafskäse. Das ganze im Ofen kurz überbacken bis der Käse etwas Farbe hat. Ein ganz köstliches Carpaccio.
Lg Heike

Antworten
Madam Rote Rübe 22. August 2016 - 12:14

Hallo liebe Heike,
mir als Madam Rote Rübe so köstliche Rote Beete Rezepte auf die Nase zu binden, …*lach*, da danke ich Dir. Meine Rüben warten auch schon im Garten darauf, dass ich sie verwerte.
Ich drück Dir die Daumen,
ganz liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Heike kraeuterlein 22. August 2016 - 14:27

vergessen hatte ich noch zu schreiben dass das Carpaccio natürlich auch mit Salz, Pfeffer und Olivenöl gewürzt wird

Antworten
Madam Rote Rübe 22. August 2016 - 16:40

Vielen Dank für die perfekte Ergänzung, jetzt kann es nur noch schmecken.

Antworten
Jule 22. August 2016 - 11:57

Liebe Sigrid,

mein Lieblingsgericht sind Buletten mit Kartoffelsalat, da sie so vielfältig sind, überall anders heißen und schmecken und jeder andere Erinnerungen mit den geliebten Klassikern verbindet.

Dein Brot lacht mich sehr an, hab es direkt abgespeichert. Vielen Dank dafür!

Liebe Grüße
Jule

Antworten
Madam Rote Rübe 22. August 2016 - 12:17

Das freut mich, liebe Jule, spätestens wenn Du es gebacken hast und zum Frühstück isst, lachst auch Du.
Super regionales Gericht, das kennt wirklich jeder.
Viel Glück hier,
liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Simone von Aus der Lameng 22. August 2016 - 12:32

Huhu, ganz aktuell gibt es bei uns in der Region endlich wieder Mirabellen. Da mache ich gerne klassischen Hefekuchen oder scharf-süßes Mirabellen-Chutney.

Liebe Grüße,
Simone

Antworten
Madam Rote Rübe 22. August 2016 - 16:25

Liebe Simone,
oooh, frische Mirabellen, das ist wirklich was Feines und Besonderes. Vielen Dank für Dein Mitmachen und ich drück Dir die Daumen.
Liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Tina von LECKER&Co 22. August 2016 - 12:59

Liebe Sigrid,

wow – dein Toastbrot klingt ja einfach fantastisch lecker. Ich habe mir schon oft vorgenommen mal eines selbst zu backen – jetzt habe ich dann wohl auch keine Ausreden mehr. 😉

Mein liebstes regionales Gericht ist eindeutig der Zsetschgendatschi – den hat schon meine Mama früher gebacken. Bei uns in Franken ist das ein Zwetschgenkuchen mit Hefeboden und Streuseln. Total lecker und genau das Richtige bei dieser Jahreszeit.

Liebe Grüße,
Tina

Antworten
Madam Rote Rübe 22. August 2016 - 16:33

Ich bin immer wieder erstaunt, liebe Tina, wie verschieden in den Regionen die Lieblingsessen auftrumpfen. Kleine Unterschiede, aber immerhin. Bei Dir der Zwetschgenkuchen mit Hefeboden und Streuseln, bei uns ist er in der Pfalz meistens pur auf Hefeteig mit etwas Zimtzucker, dazu unbedingt Kartoffelsuppe. Lecker schmecken sie auf jeden Fall alle.
Ich wünsche Dir ganz viel Glück und liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Hermann Kantak 22. August 2016 - 15:16

Liebe Sigrid,

ein Nachsatz soll Dich erreichen, nachdem ich vorhin aus Deinem Toastbrot ein Toatsbrot machte – der Eile sei’s geschuldet, und nun schaue ich, welche Tippfehla mir noch so in fortwährender Hetze (ach, ich übertreibe) unterlaufen werden, denn ich kreißte in Gedanken um meinen Hinweis, ich hätte mein (nicht bloß regionales Lieblingsdessert) vielleicht doch zu Unrecht nach Dänemark verortet.

Nein, ich möchte den Dänen nichts nehmen, ihnen gebührt Achtung ihrer Traditionsküche. Aber ich wollte es halt genau wissen und schaute nach, wem die spezielle Ehre zusteht, das Bauernmädchen mit Schleier zur Tafel gebeten zu haben. Und was muß ich nach so vielen Jahren des Irrglaubens jetzt entdecken? Die Nachspeise wird uns Norddeutschen zugeschrieben!

Ach, es geht hier ja um keinen Wettkampf, und man sollte sich über alle Grenzen die Kochpfoten reichen. Tatsache ist: Bondepige med slør lernte ich bei Freunden in Dänemark vor bestimmt drei Jahrzehnten kennen, nahm mir das Rezept sehr zu Herzen, entdeckte es jedoch nie zwischen Nord- und Ostsee auf den Speisekarten, die ich in Schleswig-Holstein die Hand bekam. Rote Grütze ist ein bekannter und beliebter Dauerbrenner, und Dessertmoden gibt’s mittlerweile womöglich auch schon, trendy & hip.

Was schreibt denn nun Wikipedia übers Bauernmädchen?

„Das Verschleierte Bauernmädchen (dänisch Bondepige med slør; niederdeutsch Buerndeern mit Sleier) ist ein traditionelles Holsteiner Dessert, das in verschiedenen Variationen auch besonders in Dänemark und Friesland verbreitet ist. Die Zutaten werden dabei geschichtet meist in einem Glas angerichtet und mit einer Sahnehaube garniert.

Grundbestandteil des Desserts können je nach Rezeptvariante zerkrümeltes Vollkornbrot, Pumpernickel oder Haferflocken sein, die in einer Pfanne mit Butter und Zucker karamellisiert werden. Nach dem Abkühlen der Brotkrumen oder Haferflocken werden sie in ein Glas gefüllt und mit Apfelmus und glattgerührter Himbeermarmelade oder Preiselbeergelee überschichtet. Den Abschluss bildet steifgeschlagene Schlagsahne, die entweder mit Brot- oder Schokoladenstreusel, mit Marmelade bzw. Gelee oder Himbeerfrüchten angerichtet wird. Gelegentlich werden auch gehobelte Mandeln zur Verzierung verwendet.”

Mein Bauermädchen kommt nicht im Glas daher, sondern wird allenfalls aus der Tonschüssel in eine Glasschale gefüllt. Ich würde es aber auch aus der Hand löffeln 😉

Und auch zum Schichten möchte ich etwas anfügen: Zunächst koche ich ein Apfelmus der säuerlichen Art, gern mit etwas Zitrone, und es bleibt stückig und wird zuerst in die Schüssel gefüllt. Grobes Schwarzbrot (notfalls Pumpernickel), und so vereinfacht sich das Rezept sogleich weiter, wird bei mir nicht karamellisiert und wandert schnurstracks auf das Apfelmus. Auf die Marmeladenschicht wird verzichtet, das spart weitere Zeit und Kalorien, die aber dann aufs Guthabenkonto beim Dessertmampfen rutschen. Wohl aber gehört der Schleier, die Schlagsahne („dänisch geschlagen” – nicht allzu steif!), obenauf. Nein, darüber kommt noch grob gehackte Schokolade.

Du siehst, liebe Sigrid, alles ein wenig gröber, säuerlicher, zuckersparend, zeitsparend … derb und praktisch, meine Idee vom Norddeutschsein 😉

Und damit grüße ich Dich heute erneut & herzlich,
erweitere dies sofort ums Euch und Wir, wir grüßen also Euch
und wünschen Euch den Besuch des Bauernmädchens mit Schleier!

Hermann

PS : Ist die Verschleierte so oder ähnlich in Deinem Ländle auch längst bekannt?
Oder darf ich mich jetzt als Botschafter nordischer Nachtischgenüsse fühlen 😉

Antworten
Madam Rote Rübe 22. August 2016 - 16:51

Lieber Hermann,
wieder etwas gelernt, vielen Dank für Deine ausführlichen Informationen über das "Verschleierte Bauernmädchen", und Du darfst Dich absolut als Botschafter nordischer Nachtischgenüsse fühlen.
Sie war mir völlig unbekannt, ich kannte nur die Westfälische Quarkspeise mit Kirschen und Pumpernickel, aber nach Deiner Beschreibung wäre ich wirklich nicht abgeneigt, sie mal zu verschnabulieren. Wie schön, mit einem Schleier bedeckt, das mag natürlich meine romantische Seele.
Mir geht es wie Dir, vieles wird abgespeckt, auf Zucker kann gerne verzichtet werden, es darf ruhig einfach sein.
Auch Euch einen lieben Gruß aus der Pfalz
Sigrid

Antworten
Anonym 22. August 2016 - 15:18

Mei, das Brot sieht aber lecker aus! Das gibt es demnächst mal zum Grillen!

Mein liebstes regionales Gericht ist ganz einfach – Freunde meiner Eltern haben einen Bauernhof, daher sind es neue Kartoffeln als Pellkartoffeln mit frischem Quark und Kräutern aus dem Garten. Mhmmmmm!

Hab eine gute Woche! maren
schnappula@hotmail.de

Antworten
Madam Rote Rübe 22. August 2016 - 16:37

Liebe Maren,
das ist mal wirklich einfach, regional und fein, es geht doch nichts über eine gute Kartoffel mit Quark und Kräutern, auch von mir heiß begehrt.
Ich wünsche Dir ebenfalls eine gute Woche, vielen Dank, und viel Glück.
Liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Anonym 22. August 2016 - 19:39

Mein regionales Lieblingsgericht sind Käsespätzle! In meiner Wahlheimat Hamburg gar nicht so leicht zu bekommen, aber wenn, dann freue ich mich immer sehr. Ansonsten esse ich sie auf Heimatbesuch oder mache sie natürlich selbst, das geht ja zum Glück relativ unaufwändig 🙂

Viele Grüße
Lisa (myheaven at directbox.com)

Antworten
Madam Rote Rübe 23. August 2016 - 6:48

Liebe Lisa,
wer einmal den Käsespätzle verfallen war, kommt nie mehr davon. Kein Wunder, sie schmecken köstlich.
Dir wünsche ich, dass Dir die Glücksgöttin hold ist.
Liebe Grüße
Sigrid

Antworten
elli loves... 23. August 2016 - 9:23

Toller Beitrag mit wichtigem Thema. Versuche auch so viel wie möglich regionale und vor allem auch saisonale Produkte zu kaufen. Bei uns ist die Kartoffel weit verbreitet und so liebe ich schnelle Kartoffelspalten mit Rosmarin aus dem Ofen oder Bratkartoffelwürfel. Liebe Grüße Elli

Antworten
Madam Rote Rübe 23. August 2016 - 12:18

Liebe Elli,
vielen Dank für Dein Lob. Ich freue mich, dass Du auf einem guten Weg bist in Bezug auf regional-saisonale Produkte, toll.
Ich drück Dir die Daumen,
einen lieben Gruß
Sigrid

Antworten
Ingrid -auchwas- 23. August 2016 - 9:34

Liebe Sigrid,
super Post und ein sehr gute Idee die regionalen Lebensmittel zu unterstützen. Dazu noch so köstlich was Du hier vorstellst. Ich bin auch sehr daran so viel wie möglich regional einzukaufen, auf Bauern-Märkten und bei Händlern die es eben anbieten. Die weite Reise von machen frische Produkten sind einfach unmöglich, sei es die Zwiebeln aus Österreich oder der Möhren aus Frankreich (da mag ich zwar die Aprikosen, hier nicht zu haben) aber Möhren schon und dann werden die nur von hier gekauft usw.. Bei Mehl finde ich es schade da gibt es ein Mühle in meiner Nähe doch die verkaufen nicht direkt, also kaufe ich meine Körner in Bayern, wenn sich ja mal was auftut, dann kaufe ich hier und mahle mir sie selbst. Tja danke für die schönen Rezepte und liebe Grüße
Ingrid

Antworten
Madam Rote Rübe 23. August 2016 - 12:22

Liebe Ingrid,
ach, das ist wunderschön, dass der Post so sehr Deine Zustimmung gefunden hat, vielen Dank. Ja, es ist nicht immer einfach, regionale Produkte zu finden, wie wir sie benötigen, doch je mehr wir unser Bewusstsein dafür stärken, umso eher kommt etwas in Bewegung.
Liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Die Gourmettatze 24. August 2016 - 11:30

Liebe Sigrid,

Nun komme ich auch endlich mal dazu einige deiner feinen Beiträge zu kommentieren 🙂
Ich kann gar nicht genug Lob an deine Ideen und Fotos aussprechen! Ganz große Klasse!
Als ich von der regionalen Aktion in Kooperation mit Rewe gehört habe, muss ich sofort sagen: Daumen hoch!
Ich achte so sehr auf regionale Produkte und mag es gar nicht, dass Lebensmittel um die halbe Welt geschifft werden, nur damit wir hier auch zu unsaisonalen Zeiten die gleiche Auswahl haben.
Mein Lieblings regionales Gericht sind selbstgemachte Käsespätzle mit feinem Blumenkäse von Bauern aus der Region ��
Denn es muss ja nicht immer mit Fleisch sein!

Liebste Grüße,
-Swetlana

Antworten
Madam Rote Rübe 24. August 2016 - 12:00

Liebe Swetlana,
so viel nette Worte, Du machst mich glücklich, vielen lieben Dank. Es freut mich, dass die Aktion in Dir einen starken Befürworter findet, ich glaube auch, dass häufig weniger mehr wäre. Genau wie die Lieblingsgerichte, auch Deins, fast immer einfach und köstlich sind.
Ich drück Dir ganz fest die Daumen bei dem Gewinnspiel.
Liebe Grüße
Sigrid

Antworten
cookthebooth 24. August 2016 - 17:12

Na dann werfen wir doch mal noch etwas typisch Thüringisches in den Lostopf: Thüringer Klöße mit Soße. Wer will kann auch noch Fleisch und Gemüse dazu tun… einfach nur mit Soße reicht aber schon 😊 liebe Grüße aus dem schönen Cornwall, die Mädels von cookthebooth 😊

Antworten
Madam Rote Rübe 24. August 2016 - 17:48

Super, diese Klöße schmecken aber auch zu fein und mit einer leckeren Soße garantiert herrlich.
Ich wünsch Euch Glück und noch einen schönen Urlaub, Ihr lieben Mädels.
Liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Tantin und Professor Hu 24. August 2016 - 19:11

Liebe Sigrid, wie schön, mal wieder hier zu sein, zu tollen Fotos und Rezepten. Und das Thema passt ja so gut zu meiner "ehrlichen Küche". Mein regionales Lieblingsrezept aus meiner Heimat: Lippischer Pickert. Professor Hu sagt: Grünkohl. Ganz liebe Grüße, Kathrin

Antworten
Madam Rote Rübe 25. August 2016 - 6:10

Liebe Kathrin,
vielen Dank für das nette Lob. Ich bin froh, dass Professor Hu Grünkohl sagt, denn ich war schon am überlegen, was das wohl sei, ….*lach*.
Euch viel Glück und liebe Grüße
Sigrid

Antworten
cookthebooth 24. August 2016 - 20:14

Dann werfen wir mal noch etwas echt Thüringisches in den Lostopf: Thüringer Klöße mit Soße 😊 wer will, kann auch noch Gemüse und Fleisch dazu essen. Aber nur mit Soße ist es am besten. Liebe Urlaubsgrüße aus dem wundervollen Cornwall, die cookthebooth-Mädels 😊

Antworten
Madam Rote Rübe 25. August 2016 - 6:07

Hallo Ihr Lieben,
ich gehe mal davon aus,da Ihr zwei Mädels seid und den gleichen Geschmack habt, wollt Ihr auch zweimal in den Lostopf springen. So sei es.
Alles Gute
Sigrid

Antworten
woszumessn 24. August 2016 - 21:35

Ui, das Broti schaut aber gut aus! Voll saftig ♡
Mein Lieblings-Regional-Gericht hört sich superlangweilig an, aber oft sind ja die einfachen Sachen die besten: Muttis Kartoffel-Möhrchen-Eintopf mit sonstigem Gemüse, das der Garten gerade hergibt. Sogar das Grünzeug wie Maggikraut kommt aus Muttis Garten^^ Ach jetzt ist es fast Mitternacht und meine Gedanken schwirren um leckeren Eintopf, eiei…
Liebe Grüße, Sabine

PS: Auf meinem Blog gibt's gerade auch was zu gewinnen, vllt magst du ja mitmachen 🙂

Antworten
Madam Rote Rübe 25. August 2016 - 6:13

Liebe Sabine,
regionaler und saisonaler wird es nicht mehr, toll…. alles aus dem Garten, und ich liebe es auch richtig einfach mit dem puren Geschmack. Gibt es bei Dir heute den köstlichen Eintopf? Gerne schaue ich bei Dir vorbei.
Viel Glück und ganz liebe Grüße
Sigrid

Antworten
woszumessn 25. August 2016 - 7:44

Ich denke schon, dass es heute lecker Eintopf gibt^^ Vielen Dank für deinen Besuch, ich drück Dir die Däumchen 😉
Liebe Grüße, Sabine

Antworten
Irmgard Schwartmann 28. August 2016 - 14:49

Habe gerade die Möhren-Butterrolle gemacht, ist sehr gut. Das Rezept Toastbrot mit Möhren irritiert mich etwas. Die Mengen im Rezept sind also für 2 x 3 Rollen? Vorteig und Quellteig also immer getrennt machen und auch über Nacht getrennt stehen lassen. Habe das noch nie gemacht und werde es probieren. Liebe Grüße aus Düsseldorf

Antworten
Madam Rote Rübe 28. August 2016 - 14:59

Liebe Irmgard,
das freut mich sehr, dass die Möhren-Butterrolle gut bei Dir angekommen ist. Das Rezept für das Toastbrot hast Du genau richtig verstanden, die Menge ist für zwei Brote, also 2×3 Rollen vorgesehen. Vorteig und Quellteig getrennt zubereiten und stehen lassen. Oh ja, probiere es mal aus, ich liebe dieses Brot, es ist super locker und fluffig und hat einen wunderbaren Geschmack. Viel Erfolg beim Backen wünsche ich Dir.
Ganz liebe Grüße
Sigrid

Antworten

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