Knuspriges Bauernstuben-Topfbrot mit Sauerteig, Sesam und Mohn

by Madam Rote Rübe

Kaum abgekühlt schnitt sich Herr Hansi Rübe einige Scheiben von dem frischen Bauernstubenbrot herunter. Er konnte es nicht mehr abwarten, die knusprige Kruste hatte es ihm angetan. Kurz darauf atmete ich tief ein, neben Zwiebelgeruch floss eine typisch pfälzische Gewürzmischung an meine Nase. Voller Behagen strich er sich eine üppige Portion Pfälzer Leberwurst auf sein Brot  und schwärmte in den höchsten Tönen: „Fantastisch, mit Pfälzer Leberwurst schmeckt es besonders gut.“ Sprachs und nahm sich dazu eine dicke eingelegte Gurke.

Er und Madam schauten sich mit glücklich strahlenden Augen und kauenden Backen an. Begeistert beschlossen sie: „Das ist nicht das letzte Bauernstuben-Topfbrot!!!“

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Du liebst Brot mit viel Kruste? Am besten mit einer krachenden Kruste? Dann empfehle ich dir dieses Bauernstubenbrot aus dem Topf mit einer zarten Geschmacksnote nach Mohn und Sesam. Und einfach ist es zudem herzustellen. Alles was du brauchst: ein ofenfester Topf.

Obwohl der Rohdiamant mit Sauerteig hergestellt wird, knetest du in diesem Fall die vorhandenen Zutaten auf einmal zusammen und bewahrst sie über Nacht im Kühlschrank auf. Den Teigling legst du am nächsten Tag mit dem Schluss nach unten in ein Garkörbchen zum Gehen. Nachdem er in den heißen Topf gestürzt wird, kommt der ebenfalls heiße Deckel darüber, und dann wandert es ab in den vorgeheizten Ofen.
Nun heißt es warten.
Überraschung! Denn jedes Brot schaut nach dem Backen anders aus: mit rustikalen, schönen Rissen. Das nennt sich Ursprünglichkeit.

Der Dichter Matthias Claudius schrieb vor mehreren Jahrhunderten: „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ Das kann ich nur unterstreichen, selbst eine virtuelle Reise in die Welt der Brotblogger verleiht mir eine mit Wohlgeruch erfüllte Schnüffelnase, viele neue Inspirationen und vollgeschriebene Spiekzettel.

Genauso ist es mir mit dem Bauernstubenbrot aus dem Topf passiert, das ich bei Valesa vom Blog Brotbackliebeundmehr unter dem Namen Sauerteig-Topfbrot mit Übernachtgare fand  und abgewandelt nachbackte.

Mein Rezept ist vollkornlastiger ausgefallen, trotzdem besitzt das gebackene Brot eine feinporige und lockere Krume, knackige Kruste und einen wunderbaren Geschmack.

Den Topf, den du verwendest, sollte unbedingt ofenfest sein, ebenso der Deckel, denn hohe Temperaturen muss er aushalten können. Entweder nimmst du einen schweren Gusseisen-Topf  (Amazon-Link)* oder wie ich einen Keramiktopf, eine höhere Auflaufform funktioniert ebenfalls. Falls der Deckel fehlen sollte, decke den Topf mit Alufolie ab. Mit geschlossenem Deckel trocknet das Brot beim Backen nicht aus und geht prachtvoll auf.

Das knusprige Bauernstuben-Topfbrot passt zu herzhaften Belag, Wurst und Käse, zu pikanten und süßen Brotaufstrichen.

Bauernstuben-Topfbrot mit Sauerteig, Sesam und Mohn

Kaum abgekühlt schnitt sich Herr Hansi Rübe einige Scheiben von dem frischen Bauernstubenbrot herunter. Er konnte es nicht mehr abwarten, die knusprige Kruste hatte… Aus der Brotbackstube Knuspriges Bauernstuben-Topfbrot mit Sauerteig, Sesam und Mohn European Drucken
Nutrition facts: 200 calories 20 grams fat

Zutaten

50 g Roggen-Anstellgut (alter Sauerteig)
325 g Wasser
100 g Roggenvollkornmehl
275 g Weizenvollkornmehl
100 g Weizenmehl Type 550
8 g frische Hefe
10 g Salz
1 TL Honig
1 EL gemahlener Mohn (optional)
1 EL Sesam, ungeschält (optional)

Gusseisen-Topf (Amazon-Link)*

So geht es

Alle Zutaten in eine sehr große Schüssel mit einem verschließbaren Deckel geben und gründlich 10 Minuten miteinander verkneten. Falls kein Deckel vorhanden ist, schiebe die Schüssel in einen Plastikbeutel hinein und ziehe diesen straff über den Schüsselrand.
Den Teig 4 Stunden bei Zimmertemperatur starten lassen. Dann über Nacht mindestens 20 Stunden in den Kühlschrank stellen.
Am nächsten Tag den Teig aus den Kühlschrank nehmen und 2 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen.

Die Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben, den Teig vorsichtig mit einem Spachtel von der Schüssel lösen und auf die Arbeitsfläche geben. Einige Male von außen nach innen falten, rundwirken und mit dem Schuss nach unten in ein bemehltens Gärkörbchen oder in eine mit einem gut bemehlten Küchentuch ausgelegte Schüssel legen. Nochmals 2 Stunden gehen lassen.

Den Backofen auf 250°C für 45 Minuten vorheizen, dabei gleichzeitig einen feuerfesten Topf mit Deckel von mindestens 20 cm Durchmesser und 9 cm Höhe miterhitzen.
Bei Benutzung einer Auflaufform ein quadratisches Stück Alupapier als späteren Deckel der Auflaufform ausschneiden und zur Seite legen.
Achtung aufpassen, die Form wird sehr heiß und muss deshalb auch nicht vorgefettet werden.

Den heißen Topf vorsichtig aus dem Backofen nehmen, Deckel entfernen, den Teigling sachte hineinstürzen, den Topf wieder mit dem Deckel verschließen. Oder den Aludeckel locker darübergeben und behutsam rundherum festdrücken.

Das Brot 20 Minuten bei höchster Temperatur auf der untersten Schiene backen, dann bei 200°C noch 25 Minuten weiterbacken.
Herausnehmen und auf einem Rost mit einem Geschirrtuch abgedeckt abkühlen lassen.

Übrigens, es ist noch kein Bäckermeister vom Himmel gefallen, nur Mut, wage dich ans Backen. Brot ist nicht gleich Brot. Und nicht jedes Sauerteigbrot ist extravagant, dieses hier beweist es. Was gibt es köstlicheres als frisch gebackenes und herrlich duftendes
Brot. Deshalb, lass den Duft durch deine Küche ziehen.

Backe mit Herz, deine


 


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19 Kommentare

Heike kraeuterlein 18. Februar 2017 - 13:23

Hey Sigrid,
ein super Rezept, das ich auch ausprobieren muß und ich nehme wahrscheinlich meinen Römertopf zum backen, das müßte auch gehen.
lg Heike

Antworten
Madam Rote Rübe 19. Februar 2017 - 8:06

Hallo Heike,
ich danke dir und ja, das Rezept ist absolut empfehlenswert. Wie praktisch, du besitzt einen Römertopf, das funktioniert bestimmt auch hervorragend. Auf Plötzblog habe ich darüber Informationen gefunden, schau doch mal hier: https://www.ploetzblog.de/2015/02/07/roemertopf-brot/
Einen schönen Sonntag wünscht dir
Sigrid

Antworten
Wonder Wunderbare Küche 18. Februar 2017 - 21:12

Liebe Sigrid,
du machst so unglaub schönes Brot. Das Muster auf diesem Brot ist einfach nur schön anzusehen. Am liebsten würde ich gleich zu dir vorbei kommen und etwas von diesem Brot schnabulieren. 🙂
Liebe Grüße
Sandra

Antworten
Madam Rote Rübe 19. Februar 2017 - 8:09

Da freue ich mich, liebe Sandra, sag nur kurz vorher Bescheid, bevor du kommst – und wir futtern zusammen eine perfekte Brotmahlzeit. Vielen Dank für dein nettes Kompliment.
Liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Vanillelust 19. Februar 2017 - 17:21

Hallo Du BROT-KÖNIGIN……
Wunderbar, dieser Anblick, ich kann es förmlich riechen und schmecken…..ich bewundere Dein Geschick im Umgang mit Brotteig!!!!
Ich beneide Dich darum, wie Du und Dein lieber Mann, dieses herrliche Brot mit einem köstlichen Brotaufstrich, von denen Du ja auch genug in Deinem Repertoire hast, genießt……
Liebe kulinarische Grüße….Charlotte

Antworten
Madam Rote Rübe 20. Februar 2017 - 10:42

Hallo Du Brotbewunderin,
jetzt fühle ich mich aber gebauchpinselt, vielen herzlichen Dank. Vielleicht kommt Ihr ja mal in unsere Ecke, dann backen wir zusammen. Auch die Pfalz ist schön.
Liebe knusprige Grüße
Sigrid

Antworten
Krisi 19. Februar 2017 - 19:39

Hallo Sigrid
Dein Brot sieht fantastisch aus, und diese tolle Kruste, wie frisch vom Bäcker!!! Ich habe leider keinen ofenfesten Topf, das wäre mal eine gute Anschaffung! Ich muss nur langsam mehr Platz in meiner Küche schaffen, da wird es doch etwas eng;)
Liebe Grüsse,
Krisi

Antworten
Madam Rote Rübe 20. Februar 2017 - 10:44

Danke dir, Krisi, wirklich, ich kann dir das Topfbrot nur empfehlen, da lohnt es sich sogar, einen ofenfesten Topf anzuschaffen.
Ganz liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Patce's Patisserie 20. Februar 2017 - 10:29

Dein Brot sieht wunderschön aus! 🙂 So eine tolle Kruste hatte ich noch nie. Aber leider bin ich auch keine stolze Besitzerin eines ofenfesten Topfes. Aber was nicht ist, kann ja noch werden 😉

Liebe Grüße und einen guten Wochenstart,
Patricia

Antworten
Madam Rote Rübe 22. Februar 2017 - 10:52

Vielen Dank, Patricia, einen ofenfesten Topf oder auch eine Auflaufform mit Deckel, das ist natürlich Grundvoraussetzung, vielleicht lässt du sie dir mal zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenken….. eine tolle Gelegenheit.
Auch dir einen lieben Gruß und eine schöne Woche,
liebe Grüße
Sigrid

Antworten
geniesserle.com 22. Februar 2017 - 6:09

Liebe Sigrid,
das Brot sieht zum Reinbeissen schön aus und ich kann Hansi vollkommen verstehen, dass er so begeistert ist! … mit Leberwurst und Essiggurke? Ich denke da haben wir auch zwei Brüder im Geiste – lach – das Gleiche hätte ich auch bei Herrn B. schreiben können. Seit Weihnachten ich nun glückliche Besitzern eines gusseisernen Topfes und auch gerade am ausprobieren div. Rezepte. Ich habe allerdings den Glasdeckel meiner grossen Pfanne drauf, da ich so gerne zuschaue und soooo neugierig bin 😂😂
LG Britta

Antworten
Madam Rote Rübe 22. Februar 2017 - 10:59

Lach…., vielen Dank, liebe Britta, ich stelle mir gerade vor, wie du neugierig in deinen Topf durch den Glasdeckel spitzt. Ach, unsere Männer, aber was soll es, ich bin froh und dankbar, dass mein Göttergatte gerne mein Brot isst, da fällt alles andere in die Bedeutungslosigkeit zurück.
Liebe Grüße
Sigrid

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Doreen 3. Januar 2018 - 15:23

Vielen Dank für dieses Rezept. Ich habe lange nach einem Rezept gesucht, einige ausprobiert und die Hoffnung auf das perfekte Brot nicht aufgegeben. Mit Hilfe deines Rezeptes hatte ich das Erfolgs- und Geschmackserlebnis schlechthin. Es ist einfach fantastisch.
Viele Grüße Doreen

Antworten
Madam Rote Rübe 3. Januar 2018 - 15:26

Liebe Doreen,
eine wunderbare Nachricht, das klingt richtig gut, so kann das neue Jahr starten. Hab vielen Dank und natürlich weiterhin viel Freude beim Brotbacken.
Liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Renate 18. Februar 2018 - 9:05

Hallo liebe Sigrid!
Das Brot-Rezept liest sich WUNDERBAR! Ich habe es mir gleich auf Pinterest gepinnt. Ich habe das Brotbacken vor einiger Zeit für mich entdeckt. Mittlerweile backe auch ich schon mit Sauerteig 🙂 ich habe ihn gerade gestern wieder „weitergezüchtet“.
Schönen Sonntag & liebe Grüße, Renate

Antworten
Madam Rote Rübe 18. Februar 2018 - 13:01

Oh wie schön, liebe Renate,
so kann es gehen, wenn man erst mal mit dem Brotvirus infiziert wurde……. die Leidenschaft Brot zu backen ist geweckt und will gestillt werden. Sauerteig gibt einfach viel Aroma, bei uns kommt er auch in die Brote hinein, die relativ flott in den Backofen geschoben werden. Aber jetzt bin ich erst einmal gespannt, wie dir dieses Brot schmecken wird.
Auch dir einen schönen Sonntag und ganz liebe Grüße
Sigrid

Antworten
Nachgebacken: Bauernstubentopfbrot von Madame Rote Rübe | Brittas Kochbuch 26. Februar 2018 - 11:40

[…] Facebook war ich auf dieses toll aussehende Knuspriges Bauernstubentopfbrot von Sigrid, der Madame Rote Rübe aufmerksam geworden und machte ich mit dem aufgefrischten […]

Antworten
Ingrid 22. März 2018 - 12:53

Liebe Sigrid,
funktioniert es auch mit dem fertigen Sauereteig von Seite…..??? LG

Antworten
Madam Rote Rübe 22. März 2018 - 13:31

Liebe Ingrid,
gebacken habe ich das Topfbrot mit dem Sauerteig von hier: https://madamroteruebe.de/2016/01/mit-dem-eigenen-sauerteig-zum-saftige/. Dieser Sauerteig begleitet mich nun schon fast 2,5 Jahre und du kannst ihn überall da verwenden, wo Roggen-Anstellgut gefragt ist.
Liebe Grüße
Sigrid

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