Mit pilzgefüllten Spaghetti-Frittata-Nester machen wir uns wunschlos glücklich

by Madam Rote Rübe

Heute zur Madam Rote Rübe´s Märchenstunde:
Einst, als die Herbsttage mit ihren fahleren Sonnenstrahlen, schleichenden Nebelschwaden und den fallenden Blättern den Lauf des Jahres fortsetzten, begann endlich die ersehnte Pilzsaison. Viele Dorfbewohner gingen nun bei  Pilzfachmann Korbinian Krempling vorbei, der um diese Jahreszeit seine gesammelten Trophäen reichlich feilbot. Stolz trugen sie die würzige Gabe der Natur in ihren geflochtenen Körben nach Hause. Wahrlich, kurz darauf zog ein herrlicher Bratpilzduft durch die Gassen des Dorfes.

Doch in dem Jahr war nichts so, wie es immer war. Erst der trockene, heiße Sommer, dann die viel zu kalten Herbstnächte forderten ihren Tribut, es schossen kaum Pilze aus dem Boden hervor.

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Korbinian Krempling verstand seine Welt nicht mehr, konnte er doch zum ersten Male in seiner Laufbahn die berühmte Pilzpfanne nicht weiterempfehlen. Seine Pilzpfanne ohne viel Schnick und Schnack, nur mit Zwiebeln und Petersilie, ja darauf bildete er sich viel ein, schwörte er doch auf echten, unverfälschten Pilzgeschmack.

Nur an ganz wenige Mitbewohner hätte er diesmal seine geliebten Pilze abgeben können, schnell wäre seine kleine Ernte erschöpft gewesen. Nur ein paar Leute, die seine Pilze kosten konnten? Oh nein, unvorstellbar. Es belastete ihn, Tag und Nacht zermarterte er sich seinen Kopf.

Eines mittags schaute er schweren Gemüts in seine Speisekammer hinein, als er seine Spaghettivorräte entdeckte. Ein Päckchen auf dem anderen aufgestapelt, so hoch, dass die Bretter sich kräftig unter ihnen durchbogen, ein großes Regal, die ganze Seite einnehmend, voll. Sein zweites geliebtes Standbein, auf dem seine Ernährung aufbaute. Er schaute einmal hin, er schaute zweimal hin. Konnte es wirklich derart einfach sein? Endlich ein Lichtblick, das Problem gelöst.

Wie wunderten sich seine Mitbürger, als er jedem, der bei ihm anklopfte, nur ein kleines Quantum Pilze in die Hand drückte, dazu eine gute Portion Spaghetti mit einem Blatt Papier, worauf er ein Spezialrezept  mit folgender Garantie vermerkt hatte: Es macht wunschlos glücklich.
Es kam, wie es kommen musste. Sein Ruf als besonderer Fachmann und Koch ging weit über alle Grenzen hinweg. Im nächsten Jahr fragten noch viel mehr Pilzliebhaber nach seinen frischen
Pilzen. Alle, die sein Rezept zubereitet und verzehrt hatten, sehnten sich wieder nach einer großen Portion Spaghetti-Nester, köstlich gefüllt mit Pilzen, und die, denen davon vorgeschwärmt wurde, wollten es sich um nichts in der Welt entgehen lassen.
Das Gericht zog seine Kreise und nach langer Zeit erreichte Korbinian Kremplings Rezept auf vielen Umwegen auch Madam Rote Rübe.

Gefüllte Spagetti-Frittata-Nester mit Pilze

Heute zur Madam Rote Rübe´s Märchenstunde: Einst, als die Herbsttage mit ihren fahleren Sonnenstrahlen, schleichenden Nebelschwaden und den fallenden Blättern den Lauf des Jahres… Bunte Landküche Mit pilzgefüllten Spaghetti-Frittata-Nester machen wir uns wunschlos glücklich European Drucken
Zutaten für: 8 Stück für 2 Personen
Nutrition facts: 200 calories 20 grams fat

Zutaten

450 g Vollkorn-Spaghetti, fertig gegart
1 EL Olivenöl
2 Eier
50 g Erbsen tiefgefr.
1 rote milde Peperoni
1 Zehe Knoblauch
4 Zweige Petersilie
Kräutersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

250 g braune Champignons
1 Knoblauchzehe
1 Zwiebel
1 EL Olivenöl
2 Zweige Thymian
6 Zweige Petersilie
Muskatnuss, frisch gerieben
Kräutersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

etwas Butter zum Einfetten für die Muffinform

So geht es

8 Mulden in der Muffinform gut einfetten.
Peperoni in kleine Würfel schneiden. Knoblauch enthäuten und fein würfeln. Petersilie fein wiegen.
Spaghetti mit Olivenöl, geschlagenen Eier, Erbsen, Peperoni, Knoblauch und Petersilie vermischen, mit Kräutersalz und Pfeffer würzen. Mit einer Gabel aufrollen und die Muffinmulden damit ausfüllen, dabei die Erbsen, die gerne durchrutschen, gleichmäßig auf die Nester verteilen.
Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
Champignons säubern, indem eventuelle Verschmutzungen beseitigt  und die Stile angeschnitten werden, jedoch nicht waschen. In 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln. Die Zwiebelwürfel ins erhitzte Olivenöl in einer Pfanne geben, kurz dünsten, dann  die Champignonscheiben zugeben. Einige Minuten braten, bis sie gebräunt sind. Von den Thymianzweigen die Blättchen abzupfen und mit der kleingewiegten Petersilie sowie der gepressten Knoblauchzehe zu den Pilzen geben, mit Muskatnuss, Kräutersalz und Pfeffer gut würzen.
Jeweils 2 Teelöffel der gebratenen Pilze in die Mitte der Spaghettinester geben, dabei diese ruhig etwas hineindrücken.
Die Muffinform im mittleren Bereich des Backofens geben und die Frittatas ca. 20 Minuten backen, aus dem Ofen herausnehmen, kurz stehen lassen, dann die Nester mit zwei Gabeln aus der Muffinform herausnehmen und auf einem Teller anrichten.

Tipp:
Dazu schmeckt Feldsalat mit einer Holunder-Balsamico-Vinaigrette ganz besonders gut.

 

Mein lieber Leser, schaut doch mal nach, ob bei Dir irgendwo ein Pilzrezept von dem Pilzsachverständigen Korbinian Krempling herumliegt, denn das wäre eine ganz seltene Rarität.

Liebe Grüße, ich gehe jetzt in den Wald, mal sehen, ob ich vielleicht noch einen Steinpilz auftreiben kann, Deine

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9 Kommentare

Charlotta 27. September 2015 - 8:34

Da läuft mir das Wasser im Mund zusammen…Tolles Rezept, wunderbare Fotos und eine schöne Geschichte…
Liebe Gruesse
Charlotta

Antworten
Madam Rote Rübe 27. September 2015 - 12:06

Liebe Charlotte,
freue mich, dass es Dir gefällt. Habe bei mir gedacht, dass es wirklich mal an der Zeit wird, mein erstes Nudelrezept zu bloggen. Die Westpfalz, das Kartoffelland, Du weißt schon, doch was zu viel ist, ist zu viel.
Liebe Grüße Sigrid

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Wonder Wunderbare Küche 27. September 2015 - 9:32

Liebe Sigrid,
diese Nudelnester sind ein wahrer Traum. 🙂 Wenn ich demnächst meine braunen Champignons gezüchtet habe (habe so ein Paket zum Geburtstag geschenkt bekommen), dann werde ich dieses leckere Rezept nachkochen. Leider war der Sommer heuer so heiß, dass es fast keine Waldpilze gibt. 🙁 Hoffen wir auf ein besseres nächstes Jahr.
Liebe Grüße Sandra

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Madam Rote Rübe 27. September 2015 - 11:56

Liebe Sandra,
ich bin auch ganz traurig, dass dieses Jahr so ein schlechtes Pilzjahr geworden ist. Ich vermisse den Spaß, durch Wald und Flur zu laufen mit Blick auf die kleinen Dinge des Bodenkosmos. Braucht es eigentlich sehr lange, Pilze selbst zu züchten? Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg, viele köstliche Rezepte, danke, dass meins dabei sein darf und natürlich Genuss pur.
Liebe Grüße
Sigrid

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Wonder Wunderbare Küche 27. September 2015 - 17:31

Das mit dem Pilze züchten dürfte sehr schnell gehen, wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe. Ich werde berichten. 🙂
Liebe Grüße Sandra

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Nicole Mack 28. September 2015 - 8:10

Boah, mir läuft das Wasser im Mund zusammen!!! Das sieht soooo gut aus und für mich als Pasta-Fan perfekt ♥ Vielen Dank für die Anregung. Grüße, Nicole von klitzekleinfein

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Madam Rote Rübe 28. September 2015 - 17:21

Liebe Nicole,
freue mich, dass es Dir gefällt. Es lässt sich zudem mit relativ wenig Aufwand zubereiten, Du kannst es aus einer Portion zu viel gekochte Spaghetti zaubern.
Liebe Grüße Sigrid

Antworten
Samantha D. 29. September 2015 - 13:33

Sieht super lecker aus! 🙂
Muss ich unbedingt auch mal ausprobieren.
LG Sam

Antworten
Madam Rote Rübe 29. September 2015 - 15:01

Liebe Samantha,
danke Dir, Du wirst bestimmt begeistert sein. Bekennende Pasta-Fans lieben es.
Liebe Grüße Sigrid

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